es II. Buch. 1ll. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten.
nen Beweggrund habe? Man muß die Verpflichtung eines Minderjährigen, ſagte man, von jener eines Großjährigen unterſcheiden: von der erſten wird vermuthet, daß ſie keinen Beweggrund habe, nicht aber von der zweyten, und dem Großjährigen liegt der Beweis auf, daß er uͤberliſtet und hin⸗ tergangen worden ſey. Es iſt ein Grundſatz, fuͤgte man noch hinzu, daß die bloße Erklärung des Großjährigen eine hin⸗ reichende Urſache ſeiner Verbindlichkeit ſey⸗
Zur Unterſtützung dieſer Lehre, kann man ſich auf ein von Serres, inst. p. 439 angeführtes Urtheil des Parlamentes von Toulouſe vom 1. April 1737 berufen, welches einen Schuld⸗ ſchein als guͤltig annahm, worin die Urſachen nicht ausge⸗ druckt, der aber fuͤr Zinſen eines Darlehns ausgeſtellt worden war. Die Einrede, daß die Uurſache nicht ausgedruckt ſey, ſagt Serres, iſt allzu ſpitzfindig, und ſelbſt der Redlichkeit zuwider, und die Richter waren darin einig, daß man henut zu Tage nur auf die falſche Bewegurſache Rückſicht nehme.
Art. 1132.» Aus der urſache allein wird gleichwohl der „Vertrag nicht ungültig, daß der Beweggrund defſelben nicht „ausgedruckt iſt.«
Art. 1133.»Der Beweggrund iſt unerlaubt, wenn er von „dem Geſetze verbothen, wenn er den guten Sitten, oder der „öffentlichen Ordnung zuwider iſt.«
Drittes Capitel. Von den Wirkungen der Verpflichtungen⸗
Erſter Ab ſchnitt⸗ Allgemeine Verfügungen. Art. 1134.»Rechtmäßig abgeſchloſſene Verträge gelten „als Geſetze unter denjenigen, die ſie geſchloſſen haben- „Nur mit ihrer gegenſeitigen Einwilligung oder aus Urſa⸗ „chen, welche das Geſetz billiget, laſſen ſie ſich widerrufen⸗ „Sie muͤſſen redlich und ohne Argliſt vollzogen werden. 6
Contractus legem dedit. T. a5 H de R. J.


