Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1808)
Entstehung
Seite
529
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u. Buch. n. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten. 535

Lehre des Leprétre, Faber und Ferriere, daß die Schenkun⸗

ſie immer widerruflich waren) der Inſinuntion, dieſer äugern Formalität, die das Geſetz fuͤr die eigentlich ſo genannten Schen⸗ kungen unter Lebenden vorſchrieb, unterworfen, und waren ſie, wenn ſie inſinuirt worden waren, bloß deßwegen von den teſta⸗ mentariſchen Formalitäten befreyt, warum ſollten unter dem Geſetzbuche Napoleons dergleichen Schenkungen nicht ebenfalls den Kußern Formalitäten unterworfen ſeyn, die in den Art⸗ 231 und folg. für die eigentlich ſo genannten Schenkungen unter Lebende: vorgeſchrieben ſind; und warum ſollten ſie, wenn ſir mit dieſen äußern Formalitäten verſehen ſind, nicht ebenfalls von denjenigen befreyt ſeyn, die bey Teſtamenten erfordert wer⸗ den? Es iſt nicht nur der nehmliche Grund ſo zu entſcheiden, bey dem römiſchen Rechte und dem Geſetzbuche Napoleons vor⸗ handen) ſondern letzteres beweiſt noch klar in ſeinen Art. 947 1096 und 1097, daß dieſe Entſcheidung mit ſeinem Geiſte ganz uͤbereinſtimmt.

Vergebens behauptet übrigens der Appellatione⸗Hof von Rennes, in dem Aete vom 9. Meſſidor 12. J. eine Uebertretung des im Art. 1097 enthaltenen Verbothes zu finden, nach welchem Ehegatten ſich keine wechſelſeitige Schenkung in einem und dem nehmlichen Acte machen dürfen.

Es iſt mahr, daß dis Gattinn des Peter Lecoubreur am nehmlichen Tage, und unmittelbar nach dem Acte, wodurch letzterer ihr den vierten Theil ſeines gauzen Vermoͤgens, das er bey ſeinem Tode zuücklaſſen würde, geſchenkt hatte, ihm eben⸗ falls ihr ganzes Vermögen, welches ſie hinterlaſſen würde, unter den Lebenden geſchenkt habe; und eben ſo wahr es, daß hie⸗ durch eine Art von wechſelſeitiger Schenkung zu Stande gekom⸗ men iſt. Allein, verbiethet denn der Arte 1097 die wechſelſeiti⸗ gen Schenkungen unter Ehegatten? Nein: er verbiethet ihnen bloß ſich wechſelſeitige Schenkungen im nehmlichen Acte zu ma⸗ chen, und durch dieſes ſo eingeſchraͤnkte Verboth erlaubt er ihnen ganz klar ſich in abgeſonderten Artes wechſelſeitig zu ſchenken.

und was liegt daran, ob dieſe abgefonderten Acte unmit telbur auf einunder gefolgt ſchen? Das Geſetz ſchreibt ja keinen Zwiſchenraum zwiſchen ihnen por.

Malrv. II. 34