5** M. Buch. l. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten.
In den erſtern kennten die Ehegatten ſich im Heiraths⸗ Contracte Schenkungen aller Art machen, ſo wie ihnen dieß auch heut zu Tage der Art. 1091 erlanbt; dieſe Schenkungen durften indeſſen eben ſo wenig, als jene, die waͤhrend der Ehe geſchahen, den Perſonen, welchen ein Pflichttheil gebührt, zum Nachheile gereichen, und die Pflichttheile mußten allzeit un⸗ angegriffen bleiben; wogegen Ehegatten ſich, unſerem Artikel zufolge, wenn ſie wedor Kinder noch Ascendenten haben, nicht nur, was allerdings gerecht iſt, ihr ganzes Vermögen, ſon⸗ dern ſich auch, wenn ſie nur Ascendenten haben, anſſer dein disponiblen Theile, ſo gar den Nießbrauch des Pflichttheiles der Ascendenten, und wenn ſie Kinder hinterlaſſen, nach Belieben entweder ein Viertel dem Eigenthum nach, und den Nießbrauch eines andern Viertheiles, oder den Nieß⸗ hrauch an der Haͤlfte ihres ganzen Vermoͤgens ſchenken koͤnnen.
Bey dieſen letztern Verfuͤgungen weicht unſer Artikel von den gewoͤhnlichen Regeln, ſelbſt von jenen ab, die im Art. o13 enthalten ſind, und bildet ein ganz eigenes Recht fuͤr die Ehegatten.
Nach meiner Meinung iſt indeſſen dieſe Neuerung eben nicht das Beſte im Artikel; freylich kann ſie in Anſehung der Kinder keine ſehr ſchlimme Folgen haben, indem die El⸗ tern doch nur zum Vortheile ihrer Kinder genießen; allein anders verhält es ſich in Hinſicht der Ascendenten, und es iſt wahrhaft laͤcherlich, den Tod ihrer Schwiegerſöhne oder Schwiegertöchter, die um eine ganze Generation juͤnger als ſie ſind, zur Bedingung des Genuſſes ihres Pflichttheiles zu machen.
Art. 1095.„Ein Minderjaͤhriger kann durch einen „Heiraths-Contract dem andern Ehegatten, es ſey durch eine „einſeitige oder wechſelſeitige Schenkung, nur mit Bewilli— „gung und unter dem Beyſtande derjenigen ſchenken, deren „Einwilligung zur Gultigkeit ſeiner Ehe erforderlich iſt, und „mit dieſer Bewilligung ſteht es ihm frey, alles dasjenige
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