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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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durch den Verlauf der Zeit, den auch die Verjährung er⸗ fodert.

138. So lange ſich der Abweſende nicht ſelbſt einſtellt, oder ſo lange die Klagen nicht durch ihn und in ſeinem Namen angehoben werden, gewinnen und behalten die, wel⸗ che die Erbſchaft angetreten haben, die redlich*) eingenom⸗ menen Fruͤchte.

Dritter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Ruͤckſicht auf die Ehe.

Art. 139. Hat ſich der zuruͤckgelaſſene Ehegenoſſe in eine neue eheliche Verbindung eingelaſſen, ſo kann blos der abweſende Gatte ſelbſt die Ehe angreifen, oder es durch einen Bevollmächtigten thun laſſen. Der letztere muß aber den Beweis beibringen, daß der Abweſende noch lebt.

140. Hat der abweſende Ehegenoſſe keine Verwandten hinterlaſſen, die faͤhig ſind ihn zu beerhen, ſo iſt der zuruͤck⸗ gelaſſene Ehegenoſſe berechtigt, die Einſetzung in den einſt⸗ weiligen Beſitz zu fodern.

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Von der Aufſicht uͤber die minderjährigen Kin⸗ der eines vermißten Vaters.

Art. 141. Wenn der Vater zur Zeit, wo er ver⸗ ſchwand, minderjährige Kinder zuruͤckgelaſſen hat, welche aus einer gemeinſchaftlichen Ehe mit der zuruͤckgebliebenen Mutter herkommen: ſo hat dieſe die Aufſicht uͤber ſie, und ſie uͤbt alle Rechte des Mannes aus, in ſo weit ſie ihre Erziehung und die Verwaltung ihrer Guͤter zum Gegen⸗ ſtande haben.

142. Sechs Monate nach der Zeit, wo der Vater vermißt ward, wenn die Mutter um dieſe Zeit verſtorben war, oder wenn ſie ſtirbt, ehe die Abweſenheit deſſelben gerichtlich erklaͤrt worden, tritt der Familienrath zuſam⸗ men, und uͤbertraͤgt die Aufſicht uͤber die Kinder den näch⸗

*) Pergus de honne foi, bona fide.