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Code Napoléon : mit Zusäzen und Handelsgesezen als Land-Recht für das Großherzogthum Baden
Entstehung
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190 II. B. WV. T. Von GrundDienſtbarkeiten.

700. Wird das Grundſtuͤck, dem ein Anderes dient, getheilt; ſo haͤngt die Dienſt⸗Gerechtigkeit zwar noch immer jedem abgeſonderten Theil an, und gebuͤhrt ihm wie zuvor; der Zuſtand des belaſteten Grundſtuͤcks darf indeſſen hiedurch nicht erſchwert werden.

Wenn, zum Beyſpiel von der Weggerechtigkeit die Rede iſt; ſo ſind alle Wegberechtigten verbunden, bey der Ausuͤbung einen und den nemlichen Weg einzuhalten.

701. Der Eigenthuͤmer eines belaſteten Grundſtuͤcks darf nichts unternehmen, was den Gebrauch der Dienſt⸗ barkeit ſchmaͤlern oder unbequemer machen wuͤrde.

Er darf alſo den Orts⸗Zuſtand nicht weſentlich veraͤndern, noch die Ausuͤbung der Dienſtbarkeit auf eine andere Stelle legen, als worauf ſie urſpruͤnglich ange⸗ wieſen ward.

Waͤre inzwiſchen dieſe urſpruͤngliche Anweiſung dem Eigenthuͤmer des belaſteten Grundſtuͤcks wegen neuerer Verhaͤltniſſe beſchwerlicher geworden, oder hinderte ſie ihn etwa, nuͤzliche Verbeſſerungen dort vorzunehmen; ſo darf er dem Eigenthuͤmer des andern Grundſtuͤcks einen zur Ausuͤbung ſeiner Rechte gleich bequemen Plaz an⸗ weiſen, und dieſer ihn nicht ausſchlagen.

7⁰2. umgekehrt kann derjenige, der zu einer Dienſt⸗ barkeit berechtigt iſt, ſie nur nach Inhalt ſeiner Rechts⸗ Urkunde ausuͤben, und darf weder auf dem Grundſtuͤck, das mit der Dienſtbarkeit belaſtet iſt, noch auf demjenigen dem die Gerechtigkeit zuſteht, eine Veraͤnderung vorneh⸗ men, welche den Zuſtand des Erſtern erſchweren wuͤrde.