und zwar iſt ſie unguͤltig in Ruͤckſicht auf alles, was er mehr, als dieſen erlaubten Theil bekaͤme. Was aber die bloßen Vortheile betrifft, welche aus dem gemeinſchaftli⸗ chen Betrieb, ſo wie aus den Erſparniſſen von den ge⸗ genſeitigen Einkuͤnften erwachſen, ſo werden dieſelben, wenn ſie ſchon ungleich ſind, nicht als Beguͤnſtigungen betrachtet, welche zur Verkuͤrzung der Kinder erſter Ehe geſchehen.
1528. Die vertragmaͤßige Guͤtergemeinſchaft ſteht unter den Regeln der geſetzlichen Guͤtergemeinſchaft fuͤr alle Faͤlle, worin der Ehecontrakt keine ausdruͤckliche Aen⸗ derung in denſelben enthaͤlt, oder in ſo weit eine Aende⸗ rung derſelben nicht nothwendig daraus gefolgert wer⸗ den muß.
Neunter Abſchnitt. Von Verabredungen welche die Gemeinſchaft aus⸗ ſchließen.
Art. 1529. Wenn die Eheleute erklaͤren, daß ſie ſich ohne Guͤtergemeinſchaft heirathen, oder daß ihr Vermoͤgen abgeſondert und getrennt bleiben ſoll, ohne ſich gerade unter das Verhaͤltniß des Brautſchatzes zu ſetzen: ſo re⸗ guliren ſich die Wirkungen einer ſolchen Verabredung auf folgende Art.
H. I. Von der Verabredung, daß ſich die Eheleute ohne Guͤtergemeinſchaſt heirathen.
Art. 1530. Obſchon die Eheleute erklaͤren, daß ſie ſich ohne Guͤtergemeinſchaft heirathen, ſo bekommt die Frau dadurch das Recht noch nicht, ihre Guͤter zu ver⸗ walten, oder die Fruͤchte davon einzunehmen. Es wird vielmehr vermuthet und angenommen, daß ſie dieſe Fruͤch⸗ te dem Manne einbringe, damit er davon die Laſten der Ehe beſtreiten koͤnne.
1531. Der Mann behaͤlt die Verwaltung der be⸗ weglichen und unbeweglichen Guter ſeiner Frau, und mithin das Recht, alles bewegliche Vermögen, das ſie als Mitgabe einbringt, oder das ihr waͤhrend der Ehe zufaͤllt, einzunehmen. Er muß daſſelbe aber wiedergeben, ſobald die Ehe aufgeloͤſt, oder die Guͤtertrennung gerichtlich aus⸗ geſprochen wird.


