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Ueber den Code Napoleon und dessen Einführung in Deutschland / Von August Wilhelm Rehberg, Königlich Grossbrittanischen Hofrathe und Mitgliede der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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ſie ſagten, regenerirtes Volk, ſich nicht ſo von allem losmachen kann, was bey ihm bis dahin geſetzmaͤ⸗ ßig geweſen iſt; daß die abſtracten Grundſaͤtze uͤber Recht und Unrecht nicht hinreichen, um daraus eine befriedigende Geſetzgebung. zu bilden. Der erſte Entwurf, den Cambacéres 17935 dem Na⸗ tional⸗Convente vorlegte, und welcher nur das Reſultat der neuen revolutionairen Geſetze zuſam⸗ menfaßte, war von den Gleichheits⸗ Predigern der Zeit verworfen, weil er noch nicht Freyheit genug athmete, und die Rechtserfahrnen ſeine Un⸗ zulaͤnglichkeit fuͤhlten. Der zweyte, vom Jahre 1796, war darauf angelegt, dieſem letzten Man⸗ gel abzuhelfen, und enthielt zu dem Ende ein voll⸗ ſtändiges Rechtsſyſtem, womit alle Ueberbleibſel des alten Zuſtandes vollends verdrängt, worin die etwa beyzubehaltenden Rechtsſätze aufge⸗ nommen, und alſo alle andern Geſetze uͤber⸗ füſſig gemacht werden ſollten. Dieſer Entwurf ward wieder verworfen: das ſey nur eine Samm⸗ lung herkömmlicher Marimen: und man erwarte eine wirklich philoſophiſche Geſetzgebung, einen Coder der Vernunft. Die Commiſſion aber, wel⸗ cher im Jahre 1301 vom erſten Conſul die Ver⸗