Teil eines Werkes 
[Erste Abtheilung] (1808)
Entstehung
Seite
35
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Von den Abweſenden⸗ 83

derlaſſen hatte, können diejenigen, welche am Tage ſeines Verſchwindens oder der letzten von ihm erhaltenen Nachrichten, ſeine Präſumtiv⸗ Erden waren, ſich, kraft des End⸗Urtheils welches die Abweſenheit declarirt hat, in den prodiſoriſchen Beſitz der Güter ſetzen laſſen, welche dem Abweſenden am Tage ſeiner Abreiſe oder der letzten von ihm erhaltenen Nachricht zugehört haben; mit dem Beding Bürgſchaft fuͤr die Sicherheit ihrer Verwaltung zu leiſten.

121. Hat der Abweſende eine Vollmacht hin⸗ terlaſſen, ſo können ſeine Präſumtiv⸗Erben die Declaration der Abweſenheit und die pro⸗ viſoriſche Beſitz⸗ Einſetzung erſt nach Berfluß von zehn Jahren nach deſſen Verſchwinden, oder ſeit deſſen letzten Nachrichten, betreiben.

122. So ſoll es auch gebalten ſeyn, wenn die Vollmacht aufhört; und es wird in dieſemFalle für die Verwaltung der Güter des Abweſenden auf die Art geſorgt, wie im erſten Artikel die⸗ ſes Kapitels angegeben iſt.

123. Haben die Präſumtiv⸗Erben die provi⸗ ſoriſche Beſitz⸗Einſetzung erlangt, ſo ſoll das Teſtament, wenn eines vorhanden iſt, auf An⸗ ſuchen der intereſſirten Parteyen, oder des kaiſer⸗ lichen Procurators eröffnet werden; und die Le⸗ gatarien, die Schenknehmer, ſo wie alle, die auf die Güter des Abweſ⸗ nden, im Fall er ſtürbe, Rechte haben, können proviſoriſch dieſe Rechte, jedoch unter Bürgſchaft, ausüben.