30 I. Buch. IV. Tit. Von den Abweſenden.
Großrichter⸗Juſtitzminiſter einſenden, der ſie kund zu machen
hat.
119. Das Urtheil, wodurch jemand fuͤr abweſend erklaͤrt wird, ſoll nicht eher, als ein Jahr nach dem Urtheile, wo⸗ durch auf Unterſuchung erkannt wurde, ausgeſprochen werden.
Drittes Capitel. Von den Wirkungen der Abweſenheit.
Erſter Abſchnitt.
Von den Wirkungen der Abweſenheit in Bezie hung auf die Guͤter, welche der Abweſende am Tage ſeines Nerſchwindens beſaß.
120. In den Faͤllen, wo der Abweſende keine Vollmacht zur Verwaltung ſeines Vermoͤgens zuruͤckgelaſſen hat, koͤnnen diejenigen, die am Tage ſeines Verſchwindens oder der zu⸗ letzt von ihm eingegangen Nachricht ſeine Praͤſumtiv⸗Erben geweſen ſind, kraft des End⸗Urtheils, das ihn fuͤr abweſend er⸗ klaͤrte, ſich in den proviſoriſchen Beſitz des Vermoͤgens ein⸗ ſetzen laſſen, welches dem Abweſenden am Tage ſeiner Ab⸗ reiſe oder der letzten Nachricht von ihm gehörte. Sie ſind aber verbunden, fuͤr die gute Fuͤhrung ihrer Adminiſtration Sicherheit zu leiſten.
121. Hat der Anweſende eine Vollmacht zuruͤckgelaſſen,
ſo koͤnnen ſeine Praͤſumtiv⸗Erben auf die Abweſenheits⸗ Erklaͤrung und die Einweiſung in den proviſoriſchen Beſitz nicht eher antragen, als nach Umlauf von zehn Jahren ſeit ſeinem Verſchwinden, oder ſeit der letzten Nachricht von ihm.
122. Dasſelbe ſoll Statt finden, wenn die Vollmacht
erloſchen iſt, und in dieſem Falle ſoll fuͤr die Verwaltung
der Guͤter des Abweſenden geſorgt werden, wie im erſten Capitel beſtimmt iſt,
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