88 J. Buch. 10, Titel. 2. Cap.
jaͤhrigen ſowohl, als fuͤr die Verwaltung ſeines Vermoͤ⸗ gens, ſich belaufen duͤrfe.
Hiermit ſoll zugleich beſtimmt werden, ob dem Vormunde geſtattet iſt, bey ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung ſich eines oder mehrerer beſonderen Verwalter, die dafuͤr beſoldet werden, und unter ſeiner Verantwortlichkeit die Geſchaͤfte beſorgen, zu bedienen.
455. Auch hat der Familienrath die Summe genau zu beſtimmen, bey welcher die Verbindlichkeit des Vormundes zur Anlegung deſſen, was, nach Abzug der Ausgaben, von den Einkuͤnften uͤbrig bleibt, anfangen ſoll. Dieſe Anlegung muß binnen ſechs Monaten wirklich geſchehen; widrigenfalls der Vormund, nach dem Ablaufe der Friſt, zur Zinszahlung verbunden iſt.
456. Hat der Vormund von dem Familienrathe die Summe nicht beſtimmen laſſen, bey welcher die Anlegung ihren Anfang nehmen ſoll: ſo iſt er nach dem Ablaufe der im vorhergehenden Artikel angegebenen Friſt von allem nicht angelegten Gelde, ſo gering auch immer die Summe ſeyn mag, die Zinſen zu bezahlen verbunden.
45⁵7. Der Vormund, auch wenn es der Vater oder die Mutter waͤre, kann, ohne Genehmigung des Familienra⸗ thes, fuͤr den Minderjaͤhrigen weder ein Anlehn aufneh⸗ men, noch deſſen unbewegliches Vermoͤgen veraͤußern oder mit einer Hypothek beſchweren.
Dieſe Genehmigung kann nur unter Vorausſetzung einer unbedingten Nothwendigkeit oder eines offenbaren Nutzens ertheilt werden.
Im erſten Falle ſoll der Familienrath ſeine Genehmigung nur alsdann ertheilen, wenn zuvor, durch eine von dem Vor⸗ munde eingereichte kurzgefaßte Rechnung, die Unzulaͤnglich⸗ keit der Baarſchaft, des beweglichen Vermoͤgens und der Einkuͤnfte des Minderjaͤhrigen, in Gewißheit geſetzt wor⸗ den iſt.
In jedem Falle hat der Familienrath die unbeweglichen Sachen, welche vorzugsweiſe verkauft werden ſollen, ſo wie alle ihm zweckdienlich ſcheinenden Bedingungen, anzugeben.


