Periodikum 
Otto Janke's Deutsche Wochenschrift : Monatsausg.
Entstehung
Berlin Im Digitalisierungsprozess 1863/1864, 1863-1863
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No. 8 Wöchentlich eine Nummer von 1 ½ bis 2 Bogen gr. 40. Velinpapier; abwechſelnd mit Illuſtrationen. 1863 . Preis für 13 Nummern vierteljährlich 20 Sgr. = Thlr. .

Die von Hohenſtein.

Roman von Friedrich Spielhagen. Fortſetzung.)

So ſaßen ſie ſich eines Abends in dem Wohnzimmer Gewandtheit zuerſt im Stande, das verlegene Schweigen, gegenüber. Es war im November; der Herbſtwind heulte das bis jetzt im Gemache geherrſcht hatte, zu brechen.Ver durch die enge Gaſſe; die kleinen in Blei gefaßten Fenſter⸗ zeihen Sie, Herr Schmitz ſagte er,daß ich gegen Ihre ſcheiben klapperten unter dem klatſchenden Regen in ihren Erwartung und wohl auch gegen Ihren Wunſch Sie in

morſchen Rahmen; in dem weiten Schornſtein polterte und Ihrer Wohnung aufſuche, aber ich konnte dem Verlangen ächzte es unheimlich. Petern war das alte Haus noch nie nicht widerſtehen, Margarethen zu ſehen und Ihnen zu ſo freudlos, ſo traurig erſchienen, und während er von Zeit ſagen, wie ich feſter als je entſchloſſen bin, komme was da zu Zeit von ſeinen Rechnungen zu Margarethen hinüber will, nicht von Margarethen zu laſſen.

blickte, die ſtill und blaß an der andern Seite des Tiſches Margarethe ſtürzte dem Geliebten in die Arme; Peter ſaß und ſchon ſeit einer halben Stunde die Arbeit in den trommelte mit den Fingern auf dem Tiſch und nagte an Schooß hatte ſinken laſſen und unverwandt vor ſich nieder der Unterlippe. Die Unmöglichkeit, ohne der Schweſter wehe auf den Boden ſtarrte, da dachte er in ſeiner Verzweiflung, zu thun, mit dem Lieutenant ſo zu ſprechen, wie er als ehr ob es nicht beſſer für die Aermſte wäre, ſie läge todt in licher Mann ſprechen mußte, ſetzte ihn in die peinlichſte der kühlen, ſchwarzen Erde, erlöſt von all dieſem Gram Verlegenheit. Er verwünſchte innerlich den Einfall des und Herzeleid. Lieutenants, den Gegner in ſeinem Hauſe aufzuſuchen und

In dieſem Augenblicke kam die Magd, zu melden, daß dadurch den Kampf auf ein Terggin zu ſpielen, wo ihm draußen ein Fremder ſei, der den Herrn zu ſprechen wünſche. Sonne und Wind ſo günſtig v und doch hatte er auch

Margarethe fuhr aus ihrer gebückten Stellung in die Höhe wieder, wenn er Margarethen ſo glücklich lächeln ſah, eine und drückte die Hand auf das Herz, während ihre Blicke Empfindung, als ob ihm eine ſchwere, ſchwere Laſt vom

angſtvoll auf die Thür geheftet waren. Peter, von derſel⸗ Buſen genommen ſei. Ja, er fühlte etwas, wie Stolz, ben Ahnung erfaßt, erhob ſich, dem Fremden, deſſen hohe darüber, daß der Sohn eines Oberpräſidenten, der Abkömm Geſtalt ſich ſchon hinter der Magd zeigte, entgegenzugehen. ling einer ſo vornehmen Familie, zu ihm, dem obſturen

Der Fremde trat raſch herein, zog die Thür hinter ſich zu Bürger, als ein Bittender kam, und wenn Peter Schmitz und ſtürzte Margarethen zu Füßen, ſein Geſicht in ihrem ſich dies Gefühl auch nicht klar machte, ſo blieb es doch Schooße verbergend. Margarethe brach in Thränen aus, nicht ohne Einfluß auf ſeine Haltung und ſeine Entſchlüſſe und dann, ihre Hände auf des Geliebten Haupt legend, an dieſem verhängnißvollen Abend.

lächelte ſie glückſelig und ſchaute, durch Thränen lächelnd, Arthur hatte die Aufmerkſamkeit gehabt, nicht in Uni zu ihrem Bruder hinüber, als wollte ſie ſagen: ſiehſt Du form zu kommen, und Peter Schmitz äußerte im Verlauf nun, daß ich glücklich ſein kann! des Geſprächs, daß er ihn ſo viel lieber ſehe, worauf der

So wenigſtens legte ſich Peter dieſen Blick aus, und Lieutenant lebhaft erwiderte:Ach, glauben Sie mir, ich als jetzt Arthur von Hohenſtein ſich erhob und auf ihn zu zöge für mein Leben gern den bunten Rock aus, der mich mehr trat und ihm in einer Bewegung, die vergeblich nach Wor⸗ als alles Andre hindert, Margarethen die Meine zu nennen,

ten zu ringen ſchien, die Hand entgegenſtreckte, da faßte wenn ich nur wüßte, was ich ohne ihn anfangen ſollte. Ich

Peter Schmitz dieſe Hand, die nie in der ſeinen zu halten, würde für Margarethen gern Alles laſſen: Stand und Rock

er ſo feſt entſchloſſen geweſen war. und Degen, ja das Leben ſelbſt, wenn ich ſie lieben könnte, Arthur von Hohenſtein war mit ſeiner weltmänniſchen ohne zu leben.

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