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Band 2 (1847) Band 2
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Stadt Waldkirch betraut. Von Geſtalt nicht groß, dagegen von bedeutendem Umfang, ſah er nicht übel einem Talgſtotzen gleich, worein muthwillige Buben allerlei Löcher, Augen, Mund und Ohren vorſtellend, zum Zeitvertreib gebohrt und in der Uebereilung die Naſe ſchier vergeſſen haben. Kein Tropfen Blut ſchimmerte auf Wangen und Stirne dieſes Talggeſichts, ſein Blick war ein im Erſterben flackerndes Feuerlein, ſeine Sprache hörte ſich an wie das dumpfe Knurren eines bös⸗ willigen Hundes. Die feiſten Hände des Richters waren auf dem mächtigen Bauch gefaltet, wenn ſie nicht am Schreibzeug und in den Papieren kramten, die auf dem Tiſch unordentlich durch einander lagen. Die Beiſitzer waren ſchlechthin ein paar Zunftmeiſter aus der Stadt, ein Huterer der Eine, ein Riemer der Andere; beide im Beſitz der wohlgenährteſten Dick⸗ köpfe, die je auf eines Spießbürgers Schultern ſaßen. In die⸗ ſem Augenblick jedoch waren die Züge der genannten Herren gleichſam aus allen Fugen gewichen, und an die Stelle der gewohnten Behäbigkeit war eine furchtſame Verzerrung getreten, die ihnen, den gebietenden Richtern, dem wehrloſen, gefeſſelten Mann gegenüber ſeltſam anſtand. So auch rückten ſie ver⸗ legen auf ihren Stühlen hin und her, flüſterten ſich heimlich Worte in die Ohren, die Gottrath zwar nicht verſtand, die jedoch von einem großen Mangel an Zuverſicht Zeugniß abzu⸗ legen ſchienen. Dergeſtalt wurde die im Gemach eingetretene Stille lange nicht unterbrochen, und immer weniger begriff Gottrath, was man wohl mit ihm porhaben möchte. Die zwei Schergen an der Stude, ſowie der Gefängnißhüter an der