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Von Ottilie Wildermuth. 25
zu laſſen und an die Frau des Ferdinand zu ſchicken, ich ſolle ſie bitten, daß ſie dieſe Blumen in ihren Garten pflanze, und ihr ſagen, daß ſie bis zum letzten Hauch zu Gott um Segen für ſie gebetet habe.„Es geht ihm gewiß gut,“ ſagte ſie mit freudiger Zuverſicht.„Man ſagt, gebrochene Treue bringt Unſegen, aber der Tod hat ja unſer Band gelöst, als er mich be⸗ rührt hat, und ich habe Ferdinand gewiß ſo viel Segen gewünſcht für all ſeine vergangene Liebe, daß ſelbſt der Fluch gehoben ſein müßte.“
Am andern Tag nahm ſie mit den Eltern und Allen im Hauſe das Abendmahl. Die Ihrigen mußten ihr feierlich verſprechen, daß ſie keinen Groll gegen Ferdinand mehr hegen wollen. Es dauerte nicht mehr lange. Sie hatte noch einen ſchweren Kampf, aber im Tode war ſie wie ein Engel.
Die Blumen habe ich an die Frau Forſtmeiſterin geſchickt, was ſonſt noch Schönes im Gärtchen war, haben wir auf ihr Grab gepflanzt; eine lange Zeit war das Grab vom ganzen Dorf gepflegt, und wie der ſchönſte Garten. Jetzt iſt es ein wenig verlaſſen und nur Roſen und weiße Lilien⸗ blumen ſtehen noch darauf.
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Da habe ich Dir eine von Annamreile's Geſchichten mitgetheilt, ſie iſt mir recht zu Herzen gegangen. Ich habe geſtern angefangen, das Blumen⸗ gärtchen der Tante Bertha herzuſtellen, aber das iſt nicht ſo leicht, wie ich mir gedacht; ich hätte wohl ſchon abgelaſſen, wenn mir nicht Vetter Tobias beigeſtanden wäre,— da gibt's freilich ein Stück, wenn der arbeitet. Er grub Alles um, ſchonte aber recht ſorgfältig der Roſenſtöcke, ich konnte zuerſt nichts thun, als das Unkraut zuſammenleſen, jetzt aber haben wir die Beete hübſch abgetheilt, ich habe Dir gearbeitet, Alles bepflanzt, obwohl das Bücken recht läſtig iſt und meine Finger ein paar Tage lang zu rauh waren zum Sticken.
Du glaubſt aber nicht, wie viel Freude mir die Arbeit machte, Onkel kam und ſah uns auch mit großer Luſt zu, Bertha iſt ſeine liebſte Schweſter geweſen, auch Tante freute ſich:„es war meine Verſäumniß, daß das Gärtchen ſo zerfiel,“ ſagte ſie,„aber die Pflege ſchickt ſich auch beſſer für eine junge Hand.“
Ich ſehe nun alle Tage nach meinen Pflänzchen, Roſen und Lilien


