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Von F. W. Heckländer. 459
in einem weiten Bogen durch die Anfänge der Sierra Morena begränzt, die nach einem duftigen Morgen nun vom hellſten Sonnenlichte beſtrahlt, in prächtigen dunklen Farben glänzten. Dabei war die Kälte des frühen Morgens verſchwunden, Frühlingslüfte umſpielten uns, ſo daß wir bald unſere Manta ablegten. Am Fuße des Berges, den wir eben paſſirt, lag ein freundliches Dorf, Moral de Calatrava, mit breiten, reinlichen Straßen, hübſchen Häu⸗ ſern und ſpitzem Kirchthurm mit röthlichem Dache, der allerlei heimatliche Erinnerungen in uns erweckte. Filippo ſchlug vor, ſich nach der harten Tour, die wir ſchon gemacht, hier durch ein kleines Frühſtück zu reſtauriren und führte uns zu dieſem Zwecke vor eine kleine Poſada, wo wir einen vor⸗ trefflichen Wein, ſehr gutes Brod und eine erträgliche Wurſt fanden.
Munter ging es dann weiter in die Ebene hinaus, auf einem breiten, ſandigen Wege, der den Hufen unſerer armen Thiere ſehr wohl zu thun ſchien; wenigſtens trabten ſie luſtig darauf los, hinter dem unermüdlichen Filippo drein, der uns mehr und mehr zur Eile antrieb. Die Straße führte über Wieſen, bei gut angebauten Fruchtfeldern vorbei, und hie und da zur Abwechslung am Rande eines Baches, deſſen Ufer mit Erlen und Weiden beſetzt waren, und dabei lief der Weg immer in ver ſanfteſten Wellenlinie auf und ab, ein kleiner Hügel befand ſich am andern, was der ganzen Ebene ein eigenthümlich bewegtes, aber auch ziem⸗ lich langweiliges Anſehen gab. Uebrigens iſt dies eine bemerkenswerthe Fläche, reich an gutem Wein und Getreide, namentlich in regneriſchen Jahren, und mit den ausgedehnteſten und futterreichſten Weiden, welche zahlreiche Viehheerden nähren. Unfern von Moral el Calatrava fließt der Javallon der Guadiana entgegen, den Plinius ſchon als ein Wunder beſpricht. Zwi⸗ ſchen Alcaraz und Oſſa de Montiel nämlich hat er ſeinen Urſprung in einer Reihe von Teichen, und iſt dann, der hohen Berge wegen, wodurch er ſich ſein Bett gebrochen, eine Stunde lang nicht mehr ſichtbar, um plötzlich bei San Juan wieder zum Vorſchein zu kommen, weßhalb die Spanier ſagen, er habe eine ſo große Brücke, daß ganze Schaafheerden auf derſelben weiden könnten. Durch dies weite, bald ſandige, bald ſumpfige Thal ritten wir nun fort, Stunde um Stunde, bis um Mittag, wo wir in weiter Ferne die Kirchthurmſpitze von Valdepeñas erblickten, nach dreitägigem, mühevollem Marſche das langerſehnte Ziel unſerer kleinen Tour, wo uns die Freunde vielleicht ſchon ſeit mehreren Stunden erwarteten.
„Hatje, Hatje!“ ſchrie Filippo immerfort und trieb zur Eile.— Noch


