Jahrgang 
1855
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Von F. W. Hackländer.

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wärts heftig an einen Stein anſchlug, ſo riß ich das meinige vom Sattel⸗ haken in die Höhe und kam ſo mit hochgeſchwungener Waffe droben an, wobei ich durch einen flüchtigen Blick auf den Mann im Wagen wohl be⸗ merkte, daß dieſer ſeine Doppelflinte wie zum Schuß emporhob. Wie groß aber war unſer Erſtaunen, als wir uns, auf dem Feld über dem Hohlwege angekommen, von vier Guardias Civiles, zwei zu Fuß, zwei zu Pferd, um⸗ ringt ſahen, während ein paar auf der andern Seite der Straße die Ge⸗ wehre nach uns richteten. Ich hätte laut auflachen können, denn mir ſchien es im erſten Augenblicke klar zu ſein, daß man uns bei unſerer eiligen Flucht aus dem Hohlwege für zweideutige Geſellen hielt, die vielleicht von oben herab eine Attaque auf die Reiſenden drunten verſuchen würden. Natür⸗ licher Weiſe hielten wir ruhig, und um meine gänzlich friedfertigen Geſin⸗ nungen darzuthun, hing ich mein Gewehr wieder ruhig an den Sattelhaken. Nachdem ſich ſämmtliche Gensdarmerie, auch die von der andern Seite um uns verſammelt, trat ein Unteroffizier derſelben an Filippo heran und be⸗ gann mit ſehr ernſter Miene ein Eramen, wobei ſich jedoch bald heraus⸗ ſtellte, daß wir harmloſe Reiſende waren. Nur Eines wollte dem Manne der öffentlichen Sicherheit nicht recht einleuchten;warum, ſagte er,wenn eure Papiere anders in Ordnung ſind, zieht ihr hier allein in dieſer ver⸗ rufenen Gegend herum und habt euch nicht von Almagro ein paar meiner Kameraden mitgeben laſſen, wie es ſonſt wohl der Brauch iſt? Nun wuß⸗ ten wir aber in der That nicht, daß dieſer Paß wirklich unſicher war, denn wenn wir dem Gerede von Filippo hätten trauen wollen, ſo hätten wir uns von Toledo bis nach Valdepeñas müſſen begleiten laſſen. Um aber das Mißtrauen des Gensdarmen in die Vortrefflichkeit unſerer Papiere gänz⸗ lich niederzuſchlagen, beeilte ich mich, aus meiner Geldtaſche ein wich⸗ tiges Dokument hervorzuholen, welches ich der Freundlichkeit des preußiſchen Geſandten in Madrid, Herrn Grafen von Galen, verdankte. Dies war nämlich eine offene Ordre des Herzogs von H., General en chef der ge⸗ ſammten ſpaniſchen Gensdarmerie, welche beſagte, daß uns damit das Recht verliehen ſei, in allen Provinzen des Königreichs Guardias Civiles zu Pferd und zu Fuß ſo viel zu requiriren, als uns zum Geleite nothwendig ſei. Dabei ſprach der Herzog den Wunſch aus, uns auch in jeder andern Weiſe Hülfe angedeihen laſſen zu wollen. WMit welch merkwürdigem Geſichtsausdruck der vor uns haltende Gensdarmerie⸗Unteroffizier dies Papier durchlas, brauche ich nicht zu be⸗