Jahrgang 
1855
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Von C. Lemcke. 259

kommen! Wollen Sie wieder einige Zeit bei uns bleiben? Das freut mich! Potz Tauſend! Aber nun müſſen wir eilen, daß wir an's Haus kommen. Wvool! Wool! ſchrie er wieder mit dröhnender Stimme. Da keine Ant⸗ wort erfolgte, ſo ſagte er:Der Fritz wird im andern Schlag geweſen und ſchon nach Hauſe gegangen ſein. Kommen Sie.

Ich ſchritt mit dem alten, derben Manne nun ſchnell durch das Holz. Die verdammte Dunkelheit! Ich kann trotz der Brille keinen Stock mehr unterſcheiden, brummte ich, wie ich ſchon zum dritten Male über die Baumwurzeln ſtolperte.Ja, ihr Stadtkinder! Im Freien iſt wenig mit euch anzufangen. Na, nun können wir wieder auf die Jagd gehen, lachte er.Gewiß! erwiderte ich,diesmal ſoll's beſſer gehen. Ich war nämlich im vorigen Jahre wohl öfter als ein Dutzend Mal mit ihm gegan⸗ gen, hatte aber als einzige Trophäe einen Sperling heimgebracht, den ich durch Zufall zwiſchen Kartoffelſtauden getroffen. Sonſt hatte ich immer das Unglück, daß entweder der Hahn nicht geſpannt oder in Ruh geſetzt oder das Zündhütchen verloren war oder irgend etwas dergleichen, kurz, außer dem armen Spatz war ich überhaupt nur ein einziges Mal zum Schuſſe ge⸗ kommen, und nachdem ich anfangs den Haſen für ein Reh angeſehen, was nicht geſchoſſen werden durfte, hatte ich natürlicherweiſe vorbeigeſchoſſen.

Wie geht es denn bei Ihnen und bei meinem Onkel? Der letztere, zu dem ich wollte, war Gutsbeſitzer auf dem vor uns liegenden Dorfe. Alles wohl, verſetzte er,Alle geſund und munter! Doch nun ſind wir am Ende. Nehmen Sie ſich nur im Dorf vor den verdammten Kötern in acht. Doch Sie kennen das ja! Nun gute Nacht und grüßen Sie viel⸗ mals auf dem Hofe. Morgen beſuchen Sie uns, nicht wahr?Gewiß, ganz gewiß! Machen Sie meine beſten Empfehlungen zu Hauſe. Ich werde Sie ſo oft, wie früher, ſtören. Und uns die Hände ſchüttelnd, trennte ich mich von dem alten, prächtigen Waidmanne, der, gefolgt von ſeinem Hunde, mit langen Schritten ſeiner Wohnung zuſchritt.

Man muß mecklenburgiſche Pörfer kennen, um zu wiſſen, was es heißt, Abends durch ihre Straße zu gehen. Daß es dem Förſter, der ſtets ſich nur auf ſich ſelbſt verließ, nicht eingefallen, mich zu begleiten, nahm mich nicht Wunder. Hätte ich mich doch auch geſchämt, ſeines Schutzes zu bedürfen. Ueberdies wußte ich, was zu thun war, und ſo ſchritt ich, ohne durch irgend ein Zeichen Furcht zu verrathen oder mich zu einer Drohung mit dem Stocke verleiten zu laſſen, ruhig durch den Theil des Dorfes, den ich zu paſſiren

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