Jahrgang 
1855
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Schleswig⸗Holſtein'ſche Bauern.

Von Moritz Buſch.

lichen Gehöfte in der Wilſtermarſch an. Ein helles Feuer leuchtete aus der offen ſtehenden Thüre zwiſchen den Beinen des feiſten Bauern hindurch, welcher, die Hände in die Seiten geſtemmt, auf der Schwelle ſtand. Es ſah überaus behaglich aus, dieſes luſtig flackernde Feuer, und man fragte, ob es wohl erlaubt ſei, ſich einen Augenblick zu wärmen. Statt der Antwort klang ihnen ein Gebrumm entgegen, aus dem man ſich die Frage, wer ſie wären, herausdeutete.Hamburger Kaufleute, die aus England zurückkommen, hieß es im Wagen.Na dat mött ſchöne Kooplüt ſyn, de nich mal in Sommer ſo veel verdeent, dat ſe in Winter to Hus bliw könnt, ſagte der Bauer und ſchlug ihnen die Thür vor der Naſe zu.

Welch ein Unterſchied zwiſchen Marſch und Geeſt, und welch ein Gegenſatz zwiſchen der geiſtigen Regſamkeit des Bewohners der letztern und der ſchwerfälligen Beſchränktheit derer, die auf den fetten Triften der erſte⸗ ren hauſen! Und dennoch iſt es Ein Volk, wie es Ein Land iſt, und viel⸗ leicht iſt es ſelbſt nothwendig, daß ſolche Widerſprüche im Geſammtcharakter ſich finden. Auf alle Fälle aber überwiegt das Treffliche und Erfreuliche in dieſem Geſammtcharakter das Unliebſame und Abſtoßende bedeutend, und mit vollem Rechte werden die Bewohner der Herzogthümer den beſten Stämmen der deutſchen Nation zugerechnet.

Moöge jeder von uns deſſen eingedenk ſein, wenn ſie einmal wieder unſere Hülfe heiſchen, und möge dieſe Hülfe dann eine nachdrücklichere und erfolgreichere ſein! Es iſt noch kein Baum auf den erſten Hieb gefallen, aber man könnte ſich freuen, wenn er auf den zweiten fiele, undnäſte Aar kommer atter ä Julaften(Nächſte Jahr kommt wieder Weih⸗ nachten, d. i. ungefähr: wie bald kann der Tanz wieder angehen!), meinte ſich ſelbſt tröſtend ein Hyruper Hufener, als er mir ſeine Noth mit den däniſchen Gensdarmen und Pfarrern geklagt hatte.