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ſchon Wotte
Von F. W. Hackländer. 259
zu geben. Dazwiſchen hörte man ihn aber wieder fluchen und toben und mit aller Kraft auf den Fußboden klopfen, indem er dadurch jemand zu ſeiner Hülfe herbeizuziehen hoffte.
Der junge Mann ſchien unterdeſſen einen andern und beſſern Ent⸗ ſchluß gefaßt zu haben, und die Idee hiezu war ihm offenbar beim Anblick des Schlüſſelbundes gekommen, den Herr Krämer auf dem Tiſche, wo er ſoupirt hatte, liegen gelaſſen; er nahm ihn zu ſich und ging zu einer Thür neben dem Eingang zu dem erwähnten Schlafkabinet. Nachdem er mehrere Schlüſſel probirt, fand er endlich den richtigen, öffnete und ging, nachdem er ſich ein Licht angezündet, in das anſtoßende Zimmer. Die kleine Flamme der Kerze drohte vom Luftzuge zu verlöſchen, als der junge Mann in das Nebenzimmer trat, weßhalb er einen Augenblick ſtehen blieb, um die Flamme mit der Hand zu ſchützen. Auch Erinnerungen, die mächtig auf ihn ein⸗ ſtürmten, ſchienen ihn auf der Schwelle zu feſſeln; er blickte um ſich, und nach und nach, als das Licht heller brannte und die ruhig aufſteigende Flamme mehr und mehr leuchtete, ſchien es auch in ihm klarer zu werden; aber zu gleicher Zeit lagerte wieder ein Zug tiefen Schmerzes über ſeine Züge, er erkannte das Zimmer wieder, wo er ſich befand; es war ja ſein eigenes, ganz in demſelben Zuſtande geblieben, in welchem er es vor anderthalb Jahren verlaſſen. Da waren all die ihm wohlbekannten Geräthſchaften, und es war ihm zu Muthe, als kehre er von einer langen Reiſe zurück und trete nun zum erſtenmal wieder bei ſich ein.
Doch leuchtete die einzige Kerze zu ſchwach, weßhalb er zurück in das große Gemach ging und dort ein paar Carcelllampen holte, nicht ohne nach dem Wandſchranke hinzulauſchen, wo er aber nichts vernahm als ein ſchwa⸗ ches Geſeufze. Er trat zurück in ſein Zimmer und überließ ſich der Freude des Wiederfindens. Von einem Tiſche eilte er an den anderen, betrachtete und befühlte alle Gegenſtände, die um ihn herumſtanden. Ach! und es wollte ihm faſt das Herz zerreißen, wenn er irgend etwas fand, woran ſich eine ſüße Erinnerung knüpfte, und er fand viel dergleichen: Bücher, die er ihr zum Leſen geſchickt und die ſie ihm zurückgeſandt, kleine, zierliche Sachen, die ſie ihm bei verſchiedenen Gelegenheiten zum Geſchenk gemacht; und vor allem das Koſtbarſte, was er gierig empornahm und an ſeine Lippen riß, waren verwelkte, vertrocknete Blumen in einem Glaſe. Etwas aber ſuchte er vergebens: ihr Bild. Dort an der Wand, wo es ſonſt hing, hier auf dem Schreibtiſche, wo eine kleine Kopie davon geſtanden, war nichts mehr davon
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