432 Bürglen auf der Höhe.
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den's ärger treiben als je zuvor.“— Peter aber lacht hinter ſeinem Vorge⸗ ſetzten in die Fauſt, denn er hat alle für ſeinen Vortheil zum Beſten.
Der Gaſt ſteht auf dem Fels und hofft auf einen fürſtlichen Rehbeck, den er nur des Juxes wegen erlegen möchte, denn er wüßte nichts mit ihm auf ſeiner Wanderung anzufangen. Aber die Geiſterwelt läßt den nicht ungeneckt, der ſie herausfordert; ein geſpenſtiger Kopf ſtreckt ſich drunten aus dem Gebüſch am See, und bald tritt der Spuk in der Geſtalt eines Doppelleibs hervor. Eine weiße Hirſchkuh kommt leiſe heraus und auf ihr ſitzt die Geſtalt eines vierzehnjährigen Mädchens mit langen, braunen Zöpfen, in einem dunkelgrünen Jäckchen über dem hellen Kleid, und reitet vergnüg⸗ lich im Vollmondſchein auf den Sandweg hinaus, der den See umgibt. Sie pfeift ſich ein Jägerſtücklein, Hirſch und Reh treten aus dem Dickicht und laufen ihr nach auf ihrem Umritt um den See. Sie aber ſingt ihnen nun mit heller Stimme eines der Lieder vor, die im Wald entſtehen:
„Der Auerhahn falzt und der Jäger ſchlägt an,
Sein Schuß hat geknallt und getroffen den Hahn. „Das Mädchen im Walde ſingt fröhlich und frei, Der Jägerpurſch ruft ihr, ſie geht ihm vorbei.
„Er lehnt an dem Baume mit traurigem Muth, Und vor ihm verendet der Vogel im Blut.
„Wie ſingt ſie ſo freudig und ſingt mir zum Hohn! Ich wollt', ich läg' todt und du flöͤgeſt davon.“
Der junge Herr ſchaut und ſchaut von ſeiner Felſenwarte und denkt: ſo reitet die heilige Nothburgis durch das untere Neckarthal, wie kommt die herauf in den oberen Schwarzwald?— Sie kommt ihm mit ihrem luſtigen Gefolge näher, er ſieht ihr in's lächelnde Angeſicht, ſchießt nach ihr mit den Augen, das Gewehr am Fuß, und iſt im Begriff, durch einen Anruf ſein Wild zu ſtellen, da faßt ihn eine derbe Fauſt am Rockkragen und eine Bärenſtimme ſchreit hart hinter ihm:„hab' ich dich?“ vor deren Ton der Spuk am See drunten klappernd davonläuft.„Das Gewehr her,“ brummt die Bären⸗ ſtimme,„oder dem Bürſchlein fährt mein Waidmeſſer durch den Leib. Iſt's nicht mehr genug an den Bauern, legen ſich die Herren auch auf's Wild⸗ ſtehlen?“— Der Herr ergibt ſich und ſchaut ſehr erſchrocken in das roth bärtige Geſicht des Förſters, der ihn grimmig genug anſieht.„Marſch vor⸗ wärts!“ kommandirt der Grimmige.—„Mein Herr,“ ruft der Fremde,


