Bürglen auf der Höhe. Von Walderich von Sanct Trutbert.
Ein runder Berg erhebt ſich aus der Ebene, ſeinen Fuß beſchattet ein Eichenwald, dann ſteigen Aecker und Matten an ihm hinauf, die breite Höhe aber wird von einem modernen Schloß gekrönt, an das ſich ein Garten lehnt, der ſeine Alleen und Boskets auf der hinteren Seite des Berges hinabſtreckt. Dort bilden gegenüberſtehende Waldberge ein Thal, in das ſich der jugend⸗ liche Fluß aus ſeiner Ebene windet. Um jenen Eichwald am vorderen Berg⸗ fuß zieht ſich eine Umzäunung, von einem eiſernen Gitterthor unterbrochen, durch das ein breiter Raſenpfad bis in die Mitte des Forſtes führt, wo das Jägerhaus ſein Dach aus den Gipfeln hebt, auf beiden Gipfeln durch mäch⸗ tige Hirſchgeweihe geſchmückt. Das Gitterthor iſt verſchloſſen, innerhalb desſelben ſteht ein beſcheidenes Wohnhäuschen am Weg, vor dem ein grau⸗ bärtiger, martialiſch ausſehender Mann Holz ſcheitert, ohne daß ihm bei der harten Arbeit die Pfeife erlöſcht, die er feſt zwiſchen den noch blanken Zäh⸗ nen hält. 8 Ein junger Wanderer ſteht am Thor draußen, die graue Juppe mit dem grünen Kragen, der befiederte Spitzhut und die umgehängte Büchſe be⸗ zeichnen ihn wo nicht als einen Jäger, doch als einen Jagdfreund. Mit fide⸗ lem Ton ruft er hinein:„He da, alter Philiſter, mach' auf, das iſt ja ein ganz famoſer Park!“— Sachte öffnet der Alte und läßt ſich ein halbes Guldenſtück in die Hand legen, wobei er denkt: Splendid iſt das Bürſch⸗ lein, und ich ſehe mehrere Goldſtücke aus ſeinem offenen Beutel glänzen; es ſoll mir noch mehr für den Philiſter zahlen. Und er ſpricht:„Leg' der junge


