341 antwortete der Weiſe; aber, meine e iſt das Gluck nicht wandelbar?
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Geſchent verblendet die Augen des Richters.
Ein Gaͤrtner pflegte dem Rabbi Is⸗ mael jeden Freitag ein Koͤrbchen mit Fruͤch⸗ ten zu bringen. Einſt uͤberreichte er es dem Rabbi am Donnerſtag. Ismael, dem das auffiel, fragte den Gaͤrtner, warum er die
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Fruͤchte, wider ſeine Gewohnheit, fruͤher ge⸗ bracht habe? Ich habe, antwortete dieſer,
heute eine gerichtliche Sache bei Euch abzu⸗ machen, und da ich ſo erſcheinen mußte, habe
ich die Fruͤchte gleich mitgenommen. Der
Rabbi nahm das Geſchenk nicht an, und ſetzte hinzn: Ich darf in deiner Sache nicht Schiedsrichter ſeyn; denn die Schrift ſagt: Geſchenk blendet das Auge!


