Jahrgang 
4 (1800)
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Wie es dem Menſchen iſt, wenn Blumen⸗ und Bluͤthenduft im May ihn erquickens ſo war's uns! Und noch wohler; denn unſer Geiſt und unſer Herz war erquickt, durch dieſe menſchliche M clthen, die den Duft der Liebe ergoſſen hatten, uͤber uns. Es ſoll neue Lebenskraft einflößen, wenn aͤltere Menſchen ſich in der Nähe von Juͤngern halten; und ge⸗ wiß erhoͤht es auch innere Lebenskraft, wenn man ſich oft der Jugend naͤhert. Und noch mehr! Es verhaͤlt ſich anders, mit den geiſti⸗ gen Ausduͤnſtungen, wie mit den phyſiſchen! Hier duftet das Schaͤdliche aus, und wird aufgenommen von einem andern Weſen, dem es nuͤtzt. Dort duftet das Beſte, Wohlthaͤ⸗ tigſte aus Kindern, und wird aufgenommen von den Eltern; das Wohlthaͤtigſte von El⸗ tern, und wird aufgenommen von Kindern. Und was aus beiden ausgeht, iſt, wie alles aͤchte Gut, das ſich durch Mittheilen nicht vermindert, ſondern vermehrt.