Jahrgang 
4 (1800)
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fuͤhlen, zu hoͤren, zu ahnen, was ſie nicht ſe⸗ hen konnte! Und wie Alle darauf ausgingen, den oder die in den Stand der Blindheit zu bringen, die ſie am meiſten liebten! Welch ein allgemeiner Jubel, als das blinde Mädchen. mich gerathen hatte! Mit welcher Sorgfalt man mir die Augen verband, mich herum⸗ fuͤhrte, und abermals herumfuͤhrte, und noch einmal zuſah, ob auch die Binde recht ſeſt ſey! Wie ſich nun der Kreis ſo ſchnell und leiſe drehte, damit ich auch gewiß irre werden möchte! und als ich mein Stäbchen ausſtreckte, um eine berühren, wie ſie auswichen, ſich wendeten und dreheten, ſich groß ünd klein machten, damit ich ja recht lange irre bleiben moͤge! Es war ein lautſchallendet Jubel, wenn ich fehl rieth. und dieß geſchah mehr als eininai. Ich kannte die Wenigſten der Maͤdchen, hatte mir aber den Kopfauffatz von den Tochtern meiner Bekannten gemerkt. Ich beruͤhrte Eine davon mit meinem Stähchen, befuͤhlte ihren Kopf, und errieth ſie durch den