325 Ach! unſere Ehe war nicht Hluͤcklich. Du weißt es. Unglucksfälle aller Art verfolgten je⸗ des Unternehmen meines Mannes. Ich habe
viele Leiden ertragen. Meine beiden Soͤhne
ſtarben. Nun ward er kränklich, hypochondriſch und dem ſtärkſten Tiefſinne nahe. Ach! ſein Zuſtand war erſchrecklich⸗ All mählig ging er dem Tode näher. Er wuͤnſchte ihn, aber er fuͤrchtete ihn noch mehr. Die Tugend hat ihren Lohn, aber das Laſter hat auch ſeine ſchreckliche Strafe. Am Ende ſeiner Tage, im Anfalle einer grauſamen Angſt, entdeckte er mir ſein Verge⸗ hen, und daß Du ſein Sohn wäreſt.
Ich habe eine ſchwere, traurige pfficht er⸗ fullt. In Deinem Herzen ſchlafe dies Geheim⸗ niß auf ewig, und Deine Klugheit breite nun den Schleier der Großmuth uͤber eine Handlung, die Dir das eine Verdienſt entzieht, ein armes Mädchen zu begluͤcken, Dich dafuͤr aber durch ein doppeltes lohnt, da ſie Dir mit dem Bewußtſeyn eines reinen Gewiſſens auch die Zuverſicht gibt,
zwei liebende Herzen begluͤckt zu haben. Hat


