15. An Matthiſſon
nach Louiſium.
Ich ſehe dich, in deinem lichten Zimmer,
Das reger Fleiß und Haͤuslichkeit umringt,
Wo, mit der Morgenrothe fruͤhem Schimmer, Des Hahns wirthbarer Ton zu deinem Ohre dringt,
Wo deinen erſten Blick, nach Patriarchen Sitte, Geſchäftigkeit am Brunnenguell belebt, Und von der Linde, in des Hofes Mitte, Zum Pfeiler froh das Taubenvolkchen ſchwebt. 8
Ich ſehe dich, wie in den Schattengaͤngen Akazien dich duftend uberbluͤhn, 5ois öntt Um die ſich ſchlanke Pappeln zitternd draͤngen, Und Roſen nikkend dir entgegen gluhn;
Wie freundlich er vom Schloß her dir begegnet, Der Kunſt hier mit Natur ſo ſchoͤn verband, Und wie ſein Blick das Morgenopfer ſegnet,
Das er fuͤr dieſes Edens Göttin wand.


