Zeitschriftenband 
4 (1867)
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466 Allerlei Curioſa.

weiſe und läßt darauf die Blutstropfen fallen. Sollte dieſes den gewünſch⸗ ten Erfolg nicht haben, ſo ſchreibt man dem Leidenden mit einem friſch ab⸗ gemähten Getraidehalm die Worteubi upuli vor die Stirn.

4. Man nimmt einen kalten Stein und überfährt damit dreimal die Wunde, während man ſpricht:

Blot ſtah,

Weihdag vergah!

Du ſallſt nich ſwellen,

Du ſallſt nich kellen(ſchmerzen)!

V. Gegen Brandwunden.

1. Man ſtreicht mit dem Zeigefinger der rechten Hand über den Brand und ſpricht:. Wo hoch de Häwen(Himmel), Wo roth de Krewt(Krebs), Wo kolt is en Dodenhand, So ſtill ik dienen Brand. 2. Man verfährt, wie vorhin gemeldet und ſpricht: Maria ging über Land Einen Brand trug ſie in ihrer Hand. Brand, du ſollſt weichen!

VI. Gegen Gicht.

1. Man ſpreche dreimal während des Läutens der Glocken, am wirk⸗ ſamſten geſchieht es am Vorabend des Himmelfahrttages: Petrus un Philippus, de güngen to Holt un to Brook, Unſe Herr Chriſtus, de ſprok: Kiehrt üm, de Klocken hebbn klungen, De Miß is ſungen, De Gicht is ſwunnen.

2. Man ſtellt ſich bei Sonnenaufgang an ein fließendes Waſſer

und ſpricht: Im Namen GCottes ſehe ich das Licht, ) 9 Damit ſtille ich die Flüß und die reißende Gicht. 3. Man entblößt dem Kranken die ſchmerzenden Theile, und dreimal ſie anhauchend, ſpricht man: Den Griſen, den Gragen, Den Swarten, den Blagen.