Jahrgang 
4 (1863)
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Von J. Ruland.

197 fällig zum Fenſter, wo dann der friſche Nachtwind hereinwehte und ihm die brennende Stirne kühlte. In dieſem Augenblicke zitterten drei Schläge vom Domthurme.Eine Viertelſtunde noch! ſagte er leiſe zu ſich und fuhr laut fort:Aber iſt der Thürmer auf dem Grafen Eckard toll ge⸗ worden oder ſüßen Weines voll, daß er die ganze Stunde ausſchlägt? Er wird Der Schwede endete nicht, ſondern fiel mit einem furcht⸗ baren Aufſchrei in die Stube zurück. Am andern Morgen trug man viele Leichen ſchwediſcher Soldaten aus den Häuſern, um ſie zu be⸗ erdigen.

An eben dieſem Morgen ging Urſula Ehrenfried über den Kirchhof der Prediger⸗Mönche und dicht bei einer Bahre neben einem halb ferti⸗ gen Grabe vorbei, in welchem der alte Meiſter Johannes ſtand und ſchaufelte.Sagt Euch Euer Herz nichts, Urſula Ehrenfried? fragte der Greis mit dem trüben Antlitze.Nichts! antwortete kalt die Näherin.So ahnt Ihr nicht, daß auf der Bahre hier die Leiche des ſchwediſchen Soldaten ruht, mit welchem man Euch ſo oft im Tanze ſah?Kann ich's wenden?uUnd Ihr habt keine Thräne? fragte der alte Todtengräber mit einem ſonderbaren Gemiſche von Trauer und Zorn.Mir, der ich ein halbes Jahrhundert den Menſchen die Stätte der ewigen Ruhe rüſte, blutet noch immer das Herz, wenn ich Einem das Grab ſchaufle, deſſen Leben Gott ſo frühe abrief. Die Näherin brachte jetzt ein weißes Tuch aus der Taſche des Mantels, verhüllte ihr Geſicht und ging.Sie weint! Ihr Schmerz wird milder werden! ſagte Meiſter Johannes für ſich und grub ſtill weiter. Urſula Ehren⸗ ftied aber weinte nicht, ſondern lachte hinter dem Tuche vergnügt in ſich hinein:Weit beſſer, er fuhr in die Grube, als ich in den Himmel!

Am nächſten Sonntage klangen aus dem Kleebaume Fiedeln und Lfeifen hell und luſtig zu einem Reigen, in welchem ſich Urſula Ehren⸗ fiied mit einem kaiſerlichen Trommler vom Regimente des Grafen Gallas gar behende drehte. Sie übte nur eine fromme Pflicht, indem ſie den Vunſch eines Todten erfüllte.