Jahrgang 
3 (1863)
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Von Moritz Horſt. 423

rinde, u doch gewiß am meiſten geliebt, ſie war ſeine Jugendliebe, meine Mutter Seeſtadt à hat er dann ſo viel ſpäter geheirathet. Daß dieſer Zwieſpalt bleibe, kkehren di daß Papa ſeinen älteſten Sohn wirklich in ſeinen gerechten Anſprüchen tßergewuͤh an des Vates großen Reichthum verkürze, das alles darf nicht ſein, und Clo um den Vater zur Vernunft zu ſprechen, ihn daran zu erinnern, wie die Welt, die ihm ſein Glück ſo vielfach mißgönnt, ſolchen Familienzwieſpalt

Deinen ge mit Wonne aufnehmen, und wie Fremde den Vortheil zu ziehen ſuchen

würden, während der Sohn des Hauſes verkürzt würde, dazu brauchen den K vir Großmama. Papa hört auf ſie, und alles in allem, ihre Ausdrucks⸗ weiſe ganz bei Seite gelaſſen, iſt Großmama eine ſehr vernünftige kluge Frau, die Welt und Leben kennt.

eirAuf Heinrich wird ſie wenig Einfluß haben, er liebt ſie nicht zu 8 en, ehr, oder vielmehr, er hält ſie nicht ſehr hoch, aber auf ihn kannſt einl du Einfluß üben, wenn du willſt, Jerta. So ſelten er von dir ſpricht, g nit ſo großer Achtung und aufrichtiger Werthſchätzung geſchieht es. Ach 3 Jerta, weßhalb kam doch mein Bruder zu ſpät und mußte das Madchen, das ihn verſtehen und nach Verdienſt ehren könnte, an dieſen Landrini verloren finden! Folgteſt du nur einmal meinem Rath und gäbſt den lhochfahrenden launenhaften Conte auf und. Siehſt du, ich ſchreibe micht weiter, aber dafür erfülle meine Bitte und kommt recht bald. Jeder

Tag der Zögerung macht Papa noch härter und kälter und Heinrich noch

entſchloſſener. Für Heinrich rechne ich auf niemand ſo wie auf dich, meine kluge, und wie Heinrich ſagt, ſo maßvolle Jerta. Was für eine Idealehe

nüßtet ihr führen können!

Mein kleines Leid wage ich nun kaum noch zu beklagen, ich hätte ſo gern die letzten Faſchingstage in Großmama's Haus verlebt. Wie Verll wird der arme Bondelli nach mir geſchmachtet haben, ich kann es mir no lebhaft vorſtellen! gerade ſo, wie er als Foscarini zu mir herauf ſchmachtete! Aber ſchön iſt er, ich kenne keinen ſchönern Mann und habe jft Sehnſucht nach ſeinen dunklen Augen und der ſüßen Stimme, mit der 3 Val r mir zu ſagen pflegte, was ich dir nicht verrathen werde, du kalte Nord⸗

andsmaid, Schneekönigin Jerta! Aber wenn du noch einen Funken Mit⸗ pefühl haſt, ſo grüße Bondelli von mir, ſage ihm, daß ich oft an ihn dachte und ihn gern ſähe; deine ſtolze, vornehme Schwiegermutter in e, Madame la comtesse Landrini, née marchesa Casalanza, ſprach ich

keulich. Könnte ſie nun nicht den ſchönen glänzenden Arthur zum Sohne