folgen, lebendes ge Eroben anzkarte!
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Von Moritz Horſt. 403
regung und Leidenſchaft in Blick und Stimme,„wenn ich allein in meinem ſtillen Zimmer bin, erſcheint mir oft das Glück ſolcher Momente wie ein Traum! Geben Sie mir ein einziges kleines Zeichen, eine arme Erinnerung an ſeine Wirklichkeit, zögern Sie nicht! Noch einen Moment und wir ſtehen vor Ihrer Großmutter!“— Es war eine flehende, ſüße, einſchmeichelnde Stimme, das Mädchen lauſchte ihr wie einer Melodie, mit bewußtvollem Behagen an ihrer Schönheit. Sie trat in eine Fenſter⸗ miſche, wo unter anderen leichten Spitzenſhawls auch der ihre lag. Bondelli gab ihr denſelben um, ſie hatte eine Blume aus ihrem Bouquet gezogen und gab ſie ihm, eine betäubend duftende weiße Tuberroſe, zart, glänzend und ſtolz, wie ſie ſelbſt es war.
Madame di Santa⸗Croce war eine noch hübſche, ſtarke, ſtattliche Dame, ihre Tochter war Clorindens Mutter geweſen und nun ſchon viele Jahre todt.„Weßhalb fahren wir ſo früh nach Haus, Großmama?“ fragte das junge Mädchen, als beide Damen, in atlaswattirte Mäntel gehüllt, im Wagen ſaßen.—„Dein Vater iſt angelangt, wollte aber nicht noch auf den Ball kommen.“—„Papa? Iſt etwas geſchehen?“ fragte Clorinde erſtaunt.—„Ich glaube nicht. Warum ſollte er nicht ein Geſchäft haben?“—„Nun, dann bin ich doppelt froh und danke dir, Großmütterchen, daß wir den Ball verließen, es iſt kaum Mitter⸗ nacht.“—„Ich habe dich geſtört?“ ſagte die Dame etwas ſcharf.— „Geſtört? Wie ſo, Großmama?“ lautete die unbefangene Frage;„wie kommſt du auf dieſen Gedanken?“
„Beſſer möchte ich fragen, wie kommſt du auf den Gedanken, dir von einem ſo unbedeutenden Menſchen, wie dieſer Bondelli iſt, in ſo auf⸗ fallender Weiſe den Hof machen zu laſſen? Glaubſt du, daß dein Vater dich einem Manne geben würde, der gerade ſo viel Gehalt hat als dich deine Ballbouquets in Faſching koſten?“—„O, liebe Großmama, welche Sdee!“ rief das Mädchen mit dem Tone unverſtellteſter Heiterkeit.„Ich und Arthur Bondelli— nein, Großmama, wie kannſt du ſo etwas nur usſprechen!“—„Ich fragte dich eben, wie du ſo etwas thun könnteſt,“ untgegnete die Dame ernſter, als ſie ſonſt der Enkelin gegenüber zu ſein flegte.—„Thun?“ fragte Clorinde erſtaunt;„ich tanzte mit ihm, er anzt vorzüglich, wie ein junger Gott, Großmama, und dann iſt er unter⸗ haltender als die andern. Che volete,“ ſetzte ſte achſelzuckend hinzu,„die Mehrzahl iſt ſchrecklich langweilig. Da muß man wohl Gott danken,
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