Jahrgang 
3 (1863)
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In der Frende gderirktt.

Erzählung

von

Moritz Horſt.

Meine liebe Clorinde, wir müſſen nach Haus fahren. Dieſer An⸗ uf galt einem noch ſehr jungen, aber hoch und ſchlank gewachſenen Mädchen, die eben am Arm eines auffallend ſchönen Mannes zum Tanze umtreten wollte. Es war der Ball, den ein reicher Kaufmann, der Monte⸗Chriſto der üppigen Hafenſtadt, einmal im Jahre gab und allen ldenen Glanz derſelben dabei vereinte. Die reichen und ſchönen mar- and princesses entfalteten für dieſen Abend ihre reichſten Toiletten, ihren koſtbarſten Schmuck, und es war bekannt, daß die Ausſtattung des bruſes, der Glanz der Beleuchtung außergewöhnliche Friſche nicht nur, ondern ſogar mehr als gewöhnlichen Glanz und Reichthum der Farben und Stoffe fordere.

Die junge Dame, die mit dem Namen Clorinde angeredet wurde, wir eine der eleganteſten Erſcheinungen in dem reichen Kranze ſchöner und blühender Frauengeſtalten. Ihre außergewöhnliche Höhe ließ ſie ſhon die meiſten überragen, und ihre Geſtalt, obwohl noch jugendlich, vir tadellos ſchön in den Linien, gehoben durch eine Toilette, die wie ſine Wolke weißen Duftes ſie umgab, wenn man ſie auch bei näherer Brſichtigung als ein Geduldswunder irgend einer pariſer Kleiderkünſtlerin rkannte, zuſammengeſetzt aus lauter winzigen Fälbelchen und Puffen, ilerſtreut mit durch ihre ſcheinbare Unſcheinbarkeit und Schlichtheit dop⸗ ett koſtbaren Gräſern und Wieſenblumen. Das Geſicht ſelbſt hatte nicht ſeelmäßige Züge, aber klare durchſichtige Färbung, roſige Lippen und

Hausblätter. 1863. III. Bd. 26

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