Jahrgang 
3 (1863)
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400 Bilder aus dem Leben Blüchers. Von Wilhelm Müller.

Uebermacht andringenden Feind auf, der ſie mit Schimpfreden verhöhnte, weil ihre naſſen Gewehre ihm keinen Schaden zufügten. Er hatte keine Ahnung davon, daß die ganze ſchleſiſche Armee in der Nähe ſei, und glaubte ſie im vollen Rückzug. Allmälig entwickelten ſich einige Abthei⸗ lungen Reiterei, Tirailleurlinien und mehrere Batterien auf den ſteilen Höhen, während Katzeler mit der Avantgarde zu ſeinem Hauptcorps ſich zurückzog.

Es war gegen zwei Uhr, gerade die Zeit, in welcher Blücher mit ſeinem ganzen Heere über die Katzbach marſchiren und den Feind dort aufſuchen zu müſſen glaubte. Nun ſtand er bereits vor ihm, nur noch ein paar hundert Schritte entfernt. Der frühere Schlachtplan mußte da⸗ her aufgegeben und ein anderer, der ſich freilich ſehr nahe legte, entworfen werden. Blücher beſchloß, den günſtigen Moment zu benützen, einen Theil des Feindes auf das Plateau kommen zu laſſen, ihn dann mit Macht anzugreifen und den ſteilen Bergrand hinab in die wüthende Neiße und die Katzbach zu werfen. In dieſem Sinne ſandte er an York und Sacken ſeine Befehle. York war bereits vorgeritten, um an Ort und Stelle ſich über die Lage der Dinge zu orientiren. Da kam ein Offtzter zu ihm, der ſehr tapfer und tüchtig war, zuweilen aber etwas gezierte Manieren hatte, die den General zum Gegentheil reizten. Der, Offtzier ſagte ihm,General Blücher befehle, er ſolle ſo viel Feinde herauflaſſen, als er glaube, ſchlagen zu können, und dann angreifen, worauf York erwiderte:Reiten Sie hin und zählen Sie; ich kann bei dem Regen meine Finger nicht mehr zählen. Sacken, welcher bereits ſeine Zwölf⸗ pfünder auf dem nahen Taubenberg aufgeſtellt hatte, erwiderte dem Adju⸗ tanten:Antworten Sie dem General: Hurrah!

(Schluß ſolgt.)