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3 94 Bilder aus dem Leben Blüchers.
in Bewegung ſetze, um Berlin zu erobern: Somit war es nach den Trachenberger Beſtimmungen für Blücher geboten, den Feind noch weiter zu beunruhigen und von der Seite her anzugreifen. Aber auf einmal ſah er die Franzoſen wieder Stand halten, die abgebrochenen Brücken wieder herſtellen, den Bober überſchreiten, und von der Vorhut wurde ihm gemeldet, daß der Feind überall mit überlegenen Streitkräften auf⸗ trete, hartnäckigen Widerſtaud leiſte und ſeinerſeits zur Offenſive übergehe. Nur mit Mühe gelang es Gneiſenau und York, Blücher von ſeinem Plan, den Uebergang über den Bober zu forciren, abzubringeu und ihn zum Rückzug zu bewegen.
Es war nichts anders zu machen; die Verhältniſſe lagen zu ungünſtig. Denn Blücher hatte keinen Geringeren vor ſich als Napoleon ſelbſt, keine geringere Streitmacht als 160,000 Mann. Auf die Nachricht von dem raſchen Vorrücken des ſchleſiſchen Heeres glaubte Napoleon ſeinen erſten Schlag gegen dieſes ausführen zu müſſen. Gegen die Nordarmee ſchickte er Oudinot mit 70,000 Mann, die böhmiſche Armee wollte er durch Vandamme, Viktor, Poniatowski und zwei Reitercorps beſchäftigen, traute ihr überhaupt eine ſehr langſame und ſchwerfällige Beweguug zu und ehe es dort zu einer ernſthaften Schlacht komme, hoffte er, einen glücklichen Ausfall nach Schleſien zu machen, den„verſoffenen Huſaren“, wie er Blücher zu nennen beliebte, zu einer übereilten Schlacht zu reizen und ihn durch eine Niederlage für einige Zeit unſchädlich zu machen, worauf er ſich dann ungeſtört auf das böhmiſche Heer werfen wollte. Er war daher mit der alten und jungen Garde, mit Nanſouty's und Latour⸗Mau⸗ bourgs Reitercorps von Dresden aufgebrochen und am 21. Auguſt in Löwenberg am Bober eingetroffen, ſah ſich aber doch bald ſehr getäuſcht und fand im ſchleſiſchen Hauptquartier weniger Uebereilung als nüchterne Berechnungen.
Sobald Blücher erfuhr, daß Napoleon mit ſeiner Hauptmacht gegen ihn anrücke, ſo entſchloß er ſich zum Rückzug über die Katzbach bis Jauer⸗ Bei Plagwitz und Goldberg, am 21. und 23. Auguſt, hatte York und einige Truppen Langerons einen ruhmvollen, aber blutigen Kampf. Der erſte Tag koſtete gegen 1600, der zweite über 4000 Mann, und doch war es nur ein Rückzugsgefecht, keine Schlacht. York und Langeron wurden immer ſchwieriger. Am meiſten erbitterte ſie das viele Hin- und Her⸗ marſchiren, deſſen Zweck ſie nicht gehörig kannten, noch weniger würdig⸗


