Jahrgang 
3 (1863)
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n Wirkſan

Teſtament

man darf

Von A. Ritter. 363

Anweſen erwerben, kam aber mit ſeinem Angebot zu ſpät, da das weiße Haus bereits an Miß Selina Curteis verkauft war. Dieſe Dame nahm bald nachher Beſitz davon, und mit ihr bezog ihre Freundin und Geſell⸗ ſchafterin Lucie Burton die neue Wohnung.

Es war für Mr. Davenant natürlich ſehr ärgerlich, unter der ſtetigen Uleberwachung zweier Perſonen leben zu ſollen, an denen er ſich ſo ſchwer verſündigt hatte, und ein unbeſtimmtes Gefühl von Unruhe bemächtigte ſich ſeiner, als er die Wahrnehmung machte, daß die beiden Frauenzim⸗ mer, ſo oft er mit ſeiner Gattin und ſeinem Kind im Garten ſpazieren ging, an einem Platze ſaßen, von dem aus ſie jeden ſeiner Schritte beob⸗ achten konnten. Seine Unruhe ſteigerte ſich dermaßen, daß er ſeine Frau, die ſehr gern in Elms⸗Lodge war, weil ſie ihre Familie ganz in der Nähe hatte, ohne Angabe des wahren Grundes überredete, den Haushalt nach Clare Priory, einem ſchönen Landſitz, zu verlegen, der zu Roger Davenants Erbe gehörte und etwa zwölf Stunden von Diß entfernt lag. Es wurde Weiſung ertheilt, Clare Priory zur Aufnahme der Familie herzurichten, und auch in Elms⸗Lodge traf man Anſtalten zum Umzug. — Sie wurden durch das plötzliche, beunruhigende Erkranken des kleinen Lionel unterbrochen, der bisher ein kerngeſunder Knabe geweſen war. Die eiligſt herbeigerufenen Aerzte erklärten unverholen, dem Kind ſet Gift heigebracht worden, ein Pflanzengift, über deſſen eigentliche Natur ſie kein Urtheil abzugeben vermöchten. Als man die Wärterin befragte, ſtellte ſich heraus, daß ſie, als ſie am Nachmittag mit ihrem Pflegling ſpazieren gbäng, von einer Zigeunerin angeredet worden war, die ihr wahrſagen wollte. Die Wärterin lehnte das Erbieten ab; dann gab das Weib dem Kind zwei oder drei große Kirſchen, die von demſelben haſtig verzehrt wurden, und verſchwand. Natürlich fahndete man alsbald auf die Zigeu⸗ nerin, konnte aber keine Spur von ihr auffinden. Niemand hatte ſie geſehen, als die Wärterin und das Kind.

Das Leben des kleinen Lionel ſchwebte viele Tage in großer Gefahr. Venn der Schatten des Todes ſich der Wiege eines einzigen Kindes nähert, ſo trifft ſein eiſiger Hauch auch das Mutterherz, und es ſtand zu befürch⸗ tm, daß Mrs. Davenant, die von der Zeit ihres Wochenbettes an nur emner ſchwächlichen Geſundheit ſich erfreuen durften, das Hinſcheiden ihres Söhnleins nicht lange überleben werde. Es währte lange, bis das Kind außer Gefahr erklärt werden konnte; aber die Angſt und die ſteten Nacht⸗