—
—
358 Der Letzte der Davenants.
ihm und ihre Empfindlichkeit gegen Beſchämung und Schande kannte. So entſchwand die Zeit in Unſchlüſſigkeit, bis endlich eine Eiferſuchtsſcene die Entſcheidung herbeiführte.
Lucie Burton waren Winke zugegangen über Davenants häufige Beſuche in dem Curteis'ſchen Hauſe, und ſie nahm den jungen Mann über die Wahrheit dieſes Gerüchtes ſcharf in's Verhör. Es kam zu einem heftigen Wortwechſel, der theilweiſe von einem Dienſtmädchen mit ange⸗ hört wurde. Michael Davenant warf endlich voll Wuth die Thüre hinter ſich zu und ſtürzte fort. Es war mitten im Winter, das Wetter bitter kalt, und er kehrte erſt ſpät in der Nacht unter einem heftigen Schnee⸗ geſtöber wieder zurück. Während ſeiner Abweſenheit hatte er förmlich um Selina Curteis geworben und unter voller Zuſtimmung des Groß⸗ vaters ihr Jawort erhalten.
Davenant trat ohne anzuklopfen ein und wurde Zeuge einer ſtürmi⸗ ſchen Familienſcene. Lucie Burton, ihr Vater und die beiden Brüder ſtanden zerſtreut im Zimmer umher, und ihre Mienen zeigten zornige Aufregung. Es war eine ſchreckliche Entdeckung gemacht worden— Lucie ſollte bald Mutter werden. Das unglückliche Mädchen, das bereits die Fauſt ihres Vaters gefühlt hatte und die Bewahrung vor noch ſchwererer Mißhandlung nur der entſchloſſenen Einmengung ihrer Brüder verdankte, ließ eine leidenſchaftliche Berufung an Davenant ergehen und forderte ihn auf, zu erklären, daß er ſeinem feierlichen Verſprechen gemäß ſie, die vor den Augen Gottes bereits ſein Weib ſei, bald auch in den Augen der Menſchen dazu machen werde. Davenant drückte ſein Bedauern aus über das Vorgefallene und verſprach alle in ſeiner Macht liegende Genugthuung zu leiſten, zog aber entſchieden in Abrede, daß er Lucie je eine bindende Zuſage gegeben habe. Darauf folgte ein Sturm von Vorwürfen, Bitten und Flüchen, gegen den ſich Michael Davenant nicht anders zu ſichern wußte, als daß er nach dem Wirthshaus entwich und dort übernachtete.
In der nämlichen Nacht verließ Lucie Burton in aller Stille das Vaterhaus, um trotz des kalten Wetters und des blendenden Schneegeſtö⸗ bers zu ihrer Tante Boyce, einer Wittwe, zu fliehen, die vier Stunden entfernt wohnte und ihrer Nichte ſtets ſehr zugethan geweſen war.
Der jüngere Bruder William Burton mußte wegen eines Geſchäftes um vier Uhr aufſtehen. Als er an dem Schlafzimmer ſeiner Schweſter vorbeikam, fiel ihm ein, hinein zu ſehen, und bei dieſer Gelegenheit machte
außzu
a u
Schan ſie v Scha ſtänd
ſihre


