Jahrgang 
3 (1863)
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Von Eduard Gottwald. 353

toddrohenden Hieb abwehrte und dem Geſtürzten unter dem Pferde her⸗ vorhalf. Herbeieilende franzöſiſche Verſtärkung trennte die Freunde, die ſich nie wieder geſehen; aber dieſe Rettung gewährte Ferdinand Stücker die ſüße Genugthuung, eine ſchwere Schuld auf gleich edle Weiſe getilgt zu haben.

Stücker trat ſpäter in das Schwarzenbergiſche Ulanenregiment und zeichnete ſich bei allen Kämpfen ſo rühmlich aus, daß ihm der Erzherzog Carl den Ehrennamender bergiſche Held beilegte und er ſo auch von der ganzen Armee genannt wurde. Vielfach und oft ſchwer verwundet, trieb es ihn ſtets wieder zu den Fahnen, wenn er nur irgend wieder zu Kräften gelangt war. Er erhielt, im Jahre 1802 zum Rittmeiſter avancirt, das Patent als Neichsfreiherr Stücker von Weyerhoff, gewann die Hand einer Gräfin, welche ihm mehrere mähriſchen Herrſchaften zubrachte, wurde 1803 kaiſerl. königl. Rath und Geheimerath des Erzherzogs Rudolph, trat 1805 wieder in die Armee, führte 1809 als Chef die mähriſche Landwehr in den Kampf, und konnte auch 1813 nicht ruhig auf ſeinen Gütern bleiben, ſondern rückte am 30. Juli als Huſarenoberſt von Mähren nach Dresden und führte bei Hanau die leichten Reiter Bubna's. Dann uber mußte er, von Wunden und Beſchwerden entkräftet, die häusliche Pflege ſuchen.

Hermanns Eltern nebſt dem alten Oberförſter waren noch eine lange Reihe von Jahren Zeugen des Glückes ihrer Kinder. Auch erlernte der ülteſte Enkel des Oberförſters zu des Großvaters Stolz und Freude das Waidwerk im Trausdorfer Forſthauſe und ward ein tüchtiger und kennt⸗ nißreicher Forſtmann.

Hausblätter. 1863. III. Bd. 23