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348 Aus dem Bergiſchen.
einander folgende, ſcharf gezielte Schüſſe in den Haufen tödtlich einſchlugen. Jetzt wich die ſtarke hölzerne Umzäunung, die Rotte drängte ſich in den Vorhof, und bald begann der Einzelkampf der Franzoſen mit den Jägern und Waldarbeitern, die durch Trausdorfer Bauern unterſtützt ſich auf die grimmig gehaßten Feinde warfen und Schritt vor Schritt ihnen das Vor⸗ dringen ſtreitig machten.— Schon wollte der Oberförſter mit den vor Wuth wild aufheulenden Hunden zur Unterſtützung der Seinen herbeieilen, denn die Hälfte der Eingedrungenen war kampfunfähig, und die Verthei⸗ diger des Forſthauſes ſchienen die Oberhand zu gewinnen; da ſtürzten plötzlich, durch die Fenſter des Erdgeſchoſſes in's Haus gedrungen, ſechs der frechſten Marodeure mit dem Anführer an der Spitze in das Zimmer.
Entſetzt ſchrie die Tante bei dem Anblick der wilden Geſtalten um Hülfe, zitternd ſchmiegte ſich Ulrike, ein Jagdmeſſer in der Hand, an den Vater, welcher jetzt mit dumpfer Stimme den auf die Eindringenden los⸗ ſtürzenden Hunden zurief:„Faß' an!“ Und laut aufbrüllend ſahen ſich zwei Marodeure an der Gurgel erfaßt und zu Boden geriſſen, während der Oberförſter zwei Piſtolen auf die durch einen ſolchen Empfang er⸗ ſchreckt zurückweichenden abdrückte, dann ſeinen Hirſchfänger zog und, ſeine Tochter von ſich drängend, dem Anführer entgegen ſtürzte, welcher fluchend einen der Hunde niederſchoß. Mehrere Bajonnettſtiche trafen den zweiten Hund, der von den unter ihm liegenden, gräßlich zerfleiſchten Marodeuren aufgeſprungen war und zur Vertheidigung ſeines Herrn dem Anführer entgegenſtürzte. Zwei der Franzoſen ſuchten nun den Oberförſter zu bewältigen, indeß der Anführer Ulriken von dem geöffneten Fenſter riß, aus welchem dieſe nach Hülfe gerufen, und nun mit der helden⸗ müthigen Jungfrau im Kampfe ringend, ihr das auf ihn gezückte Jagd⸗ meſſer entwand und ſie zu Boden werfen wollte. Wilder und ſiegver⸗ kündender tönte das Gebrüll der Rotte aus dem Hofe empor; von Schreck und Grauſen überwältigt, war die Tante ohnmächtig zu Boden geſunken, verzweiflungsvoll kämpfte Ulrike mit ihren ſchwachen Kräften gegen den ſie wild umfaßt haltenden Feind, und ſchon blutete der Oberförſter aus einer tiefen Armwunde.
Aber auch ſeine Gegner hatten die Schärfe ſeines Hirſchfängers ge⸗ fühlt, und eben wollte der Anführer, der vier ſeiner Leute bereits ent⸗ waffnet und zu Boden geſtreckt liegen ſah, von Ulriken ablaſſen und ſich nach dem Oberförſter wenden. Da tönte heller Hörnerklang aus dem Walde
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