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Von Eduard Gottwald. 341
und Honnef ſtreifen, leichte Arbeit haben werden.“—„Dann glaub' ich's auch!“ rief ernſt der Oberförſter.„Ich danke dir, Hermann,“ ſetzte er halb ernſt, halb ſpöttiſch hinzu,„daß du ſo viel Sorge um uns gehabt. Nun aber ſpute dich, daß du nach Bensberg kommſt, damit du noch warnen kannſt, ehe es zu ſpät iſt.“
„Leb' wohl, Ulrike,“ ſprach Hermann und führte die Hand der näher getretenen Geliebten an ſeine Lippen.„Und Sie, Herr Oberförſter, ſchütze der Himmel nebſt Ihrem Hauſe vor Unglück und Gefahr!“—„Leb' wohl, mein Hermann,“ rief Ulrike zärtlich dem davoneilenden nach, ohne ſich durch des Vaters Anweſenheit einſchüchtern zu laſſen, und bald darauf ſprengte Hermann mit ſeinem Knechte im wilden Carriere der Richtung nach Bensberg zu.
Am Abend des 17. December ging es gar luſtig in der Wein⸗ ſchenke des Bensberger Schloſſes zu, welcher der Amtschirurg Boſe als Wirth vorſtand, denn der Rittmeiſter du Colombier, der ein luſtiger Ge⸗ ſellſchafter, aber ein ſehr nachläſſiger Commandeur war, hatte einen Abend⸗ ſchmaus veranſtaltet, welchem der Amtsſchultheiß nebſt den Honoratioren des Ortes als Gäſte beiwohnten, und unter Geſang und Gelächter, als wolle man ſich nach bitteren Trübſalen einmal ſo recht froh wieder fühlen, klangen die gefüllten Becher an einander. Als es zehn Uhr war, ent⸗ ſernte ſich der Amtsſchultheiß, der gegenüber der Schloßſchenke ſeine Wohnung hatte, nebſt mehreren der in Bensberg wohnenden Gäſte, der Rittmeiſter aber und ein Lieutenant nebſt einigen Beamten des Kreisamtes blieben noch ruhig bei den Flaſchen ſitzen und ſcherzten mit der ſchmucken Wirthin und deren heirathsfähigen Nichte und Tochter, die jedoch die lüſternen und vom leichten Weinrauſch kecker werdenden Offiziere auf ſehr nergiſche Weiſe in ihren Schranken hielten;— da öffnete ſich plötzlich die Thüre, und vom heftigen Ritte erhitzt und in wilder Aufregung kaum der Stimme mächtig, ſtürzte der Stadtgutsbeſitzer Hermann aus Mühlheim ſns Zimmer: rief:„Rettet euch, die Franzoſen kommen!“ und eilte nach jem Flügel des Schloſſes in welchem ſeine Eltern wohnten. Als er dieſe gewarnt, ſich ruhig hinter verſchloſſener Thüre zu halten, und ſich über⸗ eugt hatte, daß es in dieſem abgelegenen Theile des Schloſſes keine Ge⸗


