334 Aus dem Bergiſchen.
Bensbergs an dem Ueberfall der Dragoner und Huſaren Theil genommen, die bereits ſchon angeordnete Niederbrennung des Dorfes verhinderte, und nachdem er einer größeren öſterreichiſchen Heeresabtheilung, welche ihren Marſch bald weiter fortſetzte, auf einige Tage gewichen, mit 800 Mann Fußvolk und 400 Reitern ein befeſtigtes Lager hinter dem Schloßberg be⸗ zog, ſelbſt aber ſein Quartier in Bensberg wählte und in das Haus des inzwiſchen wieder aus dem Hauptquartier zu Deutz entlaſſenen Ferdinand Stücker zog.
Dieſer, der in Folge erlittener Mißhandlungen und Gefangenſchaft mit noch weit tieferem Haß gegen die Franzoſen zurückgekehrt war und zu dem ſich Oberſt Richepanſe wunderbar hingezogen fühlte, verbarg dem feindlichen Heerführer ſeinen Groll nicht und ſprach ungeſcheut aus, daß er Gut und Leben an die Befreiung ſeines Vaterlandes zu ſetzen entſchloſſen ſei. Als ihm Richepanſe eine Stelle als Offizier in der fran⸗ zöſiſchen Armee anbot, erklärte er demſelben offen, daß er nur gegen, nie mit Frankreich kämpfen würde. Richepanſe wurde nach dieſen offenen Er⸗ klärungen ernſter in ſeinem Verhalten und warnte den liebgewonnenen Feuerkopf vor jeder Betheiligung an meuteriſchen Unternehmungen; dieſer aber verließ unter dem Vorwande der Jagd oft Tage lang ſein Haus und durchſtreifte die einſamen Thäler der Sülz und Acher, um mit den überall im Verborgenen ſich haltenden Häuptern des Aufſtands von neuem ſich zu beſprechen. Immer kühner wurden Stückers Streifzüge, als das öſterreichiſche Regiment Barko⸗Huſaren mit dem münſterſchen Contingent am 13. November in das Oberbergiſche einrückte und der ihm von früher her ſchon befreundete Rittmeiſter von Geyſar die Vorwacht bei Marien⸗ berghauſen bezog.
In den Vormittagsſtunden des 16. November herrſchte ein lebhafter Verkehr im Quartier des Oberſten Richepanſe. Offiziere der Lager⸗ truppen wurden beſchieden und entfernten ſich wieder, Ordonnanzen eilten ab und zu, und Dragoner ritten mit verſiegelten Ordres in entfernter liegende Garniſonen. Die Nähe der öſterreichiſchen Avantgarde, welche das bei Bensdorf vortheilhaft poſtirte Corps in wenigen Tagen er⸗ reichen ſollte, mahnte den Kommandanten desſelben zur Vorſicht, mehr aber noch beunruhigte ihn das geheimnißvolle Treiben der Verbündeten im bergiſchen Lande, bei welchem Stücker, von dem er ſo gern jede Ge⸗ fahr fern gehalten hätte, eine ſo bedeutende Rolle ſpielte. Der Vater des⸗
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