Jahrgang 
3 (1863)
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Von Eduard Gottwald. 333

der ſich ſtreitenden; ein Schrei des Schreckens, von Verwünſchungen be⸗ gleitet, ertönte, denn einer der Bauern war durch das Pferd zu Boden geworfen worden. Aber zu gleicher Zeit ſah ſich auch der Rittmeiſter von bewaffneten Männern umringt, die ihm in die Zügel fielen und vom Pferde herabriſſen, während ein lautes Hurrahgeſchrei erfolgte und eine ſtarke Schaar Bewaffneter den Berg heraufſtürmte. Bald hatte man ſich auch der Dragonerlieutenants bemächtigt; die Reiter, als ſie ihre Offiziere gefangen genommen ſahen, ergriffen die Flucht, wurden aber von dem nachfolgenden Landſturm verfolgt und nur einer der Hufaren erreichte Mühlheim, von wo aus von den noch vorhandenen Truppen 1200 Mann, Fußvolk und Reiterei, ſofort gegen den Landſturm ausgeſendet wurden.

Unterdeß ertönten die Sturmglocken von Dorf zu Dorf, von allen Seiten ſtrömten bewaffnete Volkshaufen nach Bensberg und bald ſtanden unter Anführung Ammerborns und Heckerraths gegen 2000 Streiter ver⸗ ſammelt, denen gegen Nachmittag vier Uhr deſſelben Tages der Paſtor Körner die Abſolution im feierlichen Hochamte ertheilte, und die nun dem anrückenden Feind entgegen zogen. Der Kampf begann von einem Ge⸗ hölz aus, in welchem der Landſturm feſten Fuß gefaßt, und wohl trafen die Kugeln der hinter den Bäumen poſtirten Jäger und Wildſchützen, die hier mit einander gemeinſam kämpften, ſicher ihr Ziel, während die Kugeln der Franzoſen größtentheils von den Bäumen abprallten, und wohl hätte der Feind mit ſchwerem Verluſt ſich zurückziehen müſſen, wenn es zum offenen Kampfe gekommen; allein die Anführer hatten vergeſſen, die Flanken zu decken, und zum Unheil der Gegend ſahen ſich die Bewaff⸗ neten plötzlich umgangen und von dem franzöſiſchen Fußvolke im Rücken bedroht. Paniſcher Schrecken ergriff die des Kampfes noch ungewohnten; ein Haufen riß den andern mit in die Flucht, und bald zogen die Fran⸗ zoſen als Sieger racheſchnaubend in Bensberg ein.

Furchtbar empfanden die von ſtreitbaren Männern entblößten Ort⸗ ſchaften, welche nebſt den Anführern ſich in die Wälder geflüchtet, die Rache der nun zügellos hauſenden Soldateska, und nur dem wahrhaft edlen men⸗ ſchenfreundlichen Charakter des Befehlshabers dieſer Truppen, des Oberſten Richepanſe, verdankte Bensberg die Abwendung der völligen Vernichtung, da er auf Bitten des Schloßhauptmanns von Negler, ſowie auf ie Be⸗ theuerung der Tochter des Schloßinſpektors Morcau, welche zum Glück eine Verwandte des Obergenerals Moreau war, daß kein Bewohner