330 Aus dem Bergiſchen.
erprobten Gärtner zur Beaufſichtigung überlaſſen und gleich den übrigen Bewohnern der Gegend alles Werthvolle ſicher verborgen. Sein Sohn Ferdinand, obgleich ſelten daheim, blieb in ſeinem Hauſe in Bensberg wohnen, der Oekonom auf ſeinem Gute in Mühlheim und der Oberförſter in ſeinem wohlverwahrten und abgelegenen Forſthauſe zu Trausdorf, in welchem, wie er ſich zum Troſte ſagte, außer ſechs Jägerburſchen ein zahl⸗ reiches, zur Oekonomie der Oberförſterei gehöriges Geſinde wohnte und unweit derſelben eine Colonie Waldarbeiter bald zur Hülfe herbeieilen konnte, ſobald Gefahr nahete, von einem der vielen im Lande herum⸗ ſtreifenden Marodeurhaufen überfallen zu werden.
In Mühlheim ſelbſt hielt General Lefebore ſtrenge Mannszucht, aber wie überall mußten auch dort die Einwohner hohe Tafelgelder für die Offiziere und bedeutende Naturallieferungen für die Soldaten ſchaffen. Anders ging es in Bensberg und anderen Dörfern. Dort war der Befehlshaber einer Schwadron blauer Huſaren unerſättlich in ſeinen For⸗ derungen, und als dieſe nicht erfüllt werden konnten, erfolgten Mißhand⸗ lungen und rohe Plünderung, ſo daß nur das Flehen ſeiner Eltern und des Amtsſchultheißen den jungen, eben in Bensberg anweſenden Stücker abhielt, Gewalt gegen Gewalt zu gebrauchen. Als aber die ärgſten Frevel der zügelloſen Soldateska ſich täglich wiederholten, ging auf Bitten der Gemeindemitglieder Ferdinand Stücker und der Notar Hank nach Mühlheim, um dort vom General Lefebore eine Schutzwache zu erwirken. Die Ge⸗ fahr nicht ſcheuend, traten ſie Nachts ihren Weg an, wurden aber unter⸗ wegs wiederholt angehalten und unter den Augen von Offizieren ausge⸗ plündert und ſogar der Kleidungsſtücke beraubt, ſo daß ſie, um ſich nur melden zu können, beim Poſtmeiſter in Mühlheim erſt Oberröcke leihen mußten. Lefebore hörte ihre Klagen über die Schandthaten der franzö⸗ ſiſchen Soldaten ruhig mit an, welche Stücker ihm in flammendem Zorn ſchilderte, ließ ſich vier Carolin Douceur zahlen und gab den Abgeſandten zwei Huſaren mit, die dort auf das ſchwelgeriſchſte bewirthet zu werden verlangten und zuletzt ſelbſt den ganzen Ort plündern halfen. Darüber gerieth Stücker in Wuth und kam mit denſelben in Streit, worauf er als Gefangener nach Deutz in's Hauptquartier geſchleppt wurde.
Voll ſtummen Ingrimms mußten die Verbündeten dieſes nichts⸗ würdige Verfahren erdulden, und obwohl in den unzugänglichen Wald⸗ ſchluchten des Frankenforſtes die Anzahl der Streiter mit jedem Tag ſtieg
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