Jahrgang 
3 (1863)
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328 Aus dem Bergiſchen.

viele Dorfſchaften vergeblich Bitten und Beſchwerden bei der Regierung wegen des für die Fluren und Felder des bergiſchen Landes ſo verderblich überhandgenommenen Wildſtandes im Königs⸗ und Frankenforſte einge⸗ reicht hatten, war Stücker direkt nach München gereiſ't und hatte dem Churfürſten Otto Theodor ſo ernſte Vorſtellungen hierüber gemacht, daß er im Jahre 1789 einen Befehl erlangte, demzufolge zwiſchen Idelsfeld und Troisdorf 6000 Stück Hirſche weggeſchoſſen werden mußten. Die Regierung dieſes Churfürſten war keine gute zu nennen, denn Paffen, Maitreſſen und deren Günſtlinge wirkten corrumpirend in die Staats⸗ und Regierungsgeſchäfte ein, Aemter und Stellen waren käuflich, Carl Theodors Eitelkeit und Sinnenluſt koſtete ungeheure Summen, und das Staatsvermögen wurde für die Erhebung und Bereicherung ſeiner zahl⸗ reichen unehelichen Kinder auf das gewiſſenloſeſte vergeudet. Um ſo überraſchender war daher, daß der ernſte ſchlichte Oberamtsgerichtsadvokat am churfürſtlichen Hofe zu München jenen Befehl erwirkt, den zu ver⸗ hindern der Oberlandjägermeiſter und deſſen Anhang alles aufgeboten hatten. Die Bauern ſegneten den wackeren Mann, die Jäger aber waren wüthend darüber und ließen ſpäter zu wiederholten Malen ihren Groll an den Gliedern der Familie Stücker aus, ſowie auch ſein alter jahre⸗ langer Freund, der Oberförſter Proſſer in Trausdorf ihm darob gram wurde und ihm viele Jahre hindurch grollte, obgleich während dieſer Feindſchafk zwiſchen Stückers Sohn und des Oberförſters Tochter ein Liebesverhältniß entſtanden, welchem der letztere nur deßhalb nicht ſofort entſchieden entgegengetreten war, weil er ſeine Tochter über alles liebte und die Thraͤnen derſelben ihn oft Haß und Groll gegen den alten Ober⸗ amtsgerichtsadvokaten vergeſſen ließen. Ueberdies vermochte auch ſeine Schweſter, die nach der Oberförſterin Tode die Wirhſchaft des Bruders führte, ſehr viel über ihn und war die Schützerin dieſes Liebesbundes. Aber ſo viel hatte der alte Herr den Verbündeten gegenüber doch ſich vorbehalten, daß er bei der erſten Bewerbung des jungen Stücker, den er als einen tüchtigen Oekonomen ſehr hoch ſchätzte, nicht gleich ja ſagte, und die Liebenden ſich noch längere Zeit in Geduld üben mußten. Unweit Weyerhoff liegt das ſtattliche einem Städtchen ähnliche Dorf Bensberg, ſo genannt von dem prachtvollen Schloſſe, welches der Chur⸗ fürſt Johann Wilhelm von der Pfalz im Jahre 1705 auf einem Ge⸗ birgsvorſprunge erbaut hat; am Fuße desſelben liegt das Dorf, über

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