Jahrgang 
3 (1863)
Einzelbild herunterladen

326 Aus dem Bergiſchen.

ſelbſt Sr. Excellenz der Oberlandjägermeiſter ſich hätte dem fügen müſſen, was er von Sr. churfürſtlichen Gnaden verlangt.

Aha, lächelte Stücker,dachte ich es doch, daß der alte Groll noch nicht überwunden! Aber in etwas muß ich dem Oberförſter recht geben; die jetzige Zeit iſt eben nicht zum Freien geeignet, und es wird gar bald auch für dich ernſter zu thun geben. Darum beruhige dich, Hermann der Beſcheid iſt ſo ungünſtig nicht, als ich befürchtet.Oh was mich betrifft, ſo habe ich keine Sorge, daß ich und Ulrike nicht zum Ziele ge⸗ langen werden, entgegnete wieder neu ermuthigt der Sohn.Wir haben uns heute wiederholt gelobt, nicht von einander zu laſſen in Glück und Noth, und werden feſt zuſammenhalten, wie es auch komme.

Und haſt du von Ferdinand nichts vernommen, der nun ſchon ſeit mehreren Tagen nicht in ſeine Wohnung zurückgekehrt? fragte voll ängſt⸗ licher Beſorgniß die Mutter.Ich traf ihn, und er hat mir aufge⸗ tragen, euch herzlich zu grüßen; es ginge alles nach Wunſch, und morgen vielleicht würde er wieder in Bensheim eintreffen.Und wo? fragte geſpannt der Vater.Drei Stunden von hier auf der Königswieſe im Frankenforſte, entgegnete Hermann.Dort übte er mit einem Ritt⸗ meiſter von den Barko⸗Huſaren eine Schaar Waldarbeiter im Schießen nach der Scheibe.Barko⸗Huſaren? rief freudig überraſcht der Oberamts⸗ gerichtsadvokat.Dann iſt die öſterreichiſche Armee im Anzuge? Es iſt ein Regiment Huſaren in Siegburg und Honnef eingerückt, und auch nach Bensberg wird ein Detaſchement zu liegen kommen, während in Mühlheim Infanterie erwartet wird, entgegnete Hermann und wendett ſich zum fortgehen.Ach lieber Himmel, du willſt auch ſchon wiedet fort? fragte die Mutter bangend.

Wenn ich euch hier etwas helſen kann, ſo will ich wohl noch bleiben, ſprach Hermann, naber ſonſt möchte ich mich beeilen, daß i nach Hauſe komme, da man das Stadtgut gewiß nicht ohne Einquartirunz

laſſen wird und es noch ſo manches zu ordnen und zu verbergen gibt, wo man ſelbſt dabei ſein muß.So gehe mit Gott, mein Sohn, ſagte der Vater, dem Scheidenden die Hand reichend;wir werden hiet ebenfalls unſere Maßregeln treffen. Sprich in Bensberg beim Amtsſchult⸗ heiß noch einmal vor, wenn dir Zeit bleibt, denn er wird deiner auch bedürfen.Und begib dich nicht voreilig in Gefahr, warnte die Mutter, den Sohn bis vor die Thüre begleitend, und ging dann ſtill l