Jahrgang 
3 (1863)
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Aus dem Bergiſchen.

eines höheren Geſchicks auserſehen, auf ſolch' einem Weg ſchnell zu hohen Glück zu gelangen, oder auch bald als Opfer ſeines Strebens zu fallen, wie dieſe blutigen Wirren es von Tauſenden verlangen werden, da Deutſch⸗ lands Machthaber zu unſerem Unheil unter ſich uneinig ſind, und des deutſchen Reiches Gewalt nur noch ein Schattenbild iſt.Nun, Freund, wird es hier herum zu unſicher, rief der Amtsſchultheiß und reichte dem Ar⸗ vokaten die Hand,ſo kommt zu mir auf Schloß Bensberg! Als chur⸗ fürſtliches Beſitzthum hoffe ich, daß man es etwas mehr reſpektiren werde, und da wir unſere kleine Beſatzung behalten, die allerdings nur aus In validen beſteht, ſo ſcheint es, als ſolle es als neutrales Gebiet betrachtet werden. Hierauf nahm Daniels aus den Händen der wieder eintretenden Hausfrau das mit Wein gefüllte Glas, trank es aus und rief zu Hut und Stock greifend:Ich weiß Eure Küche recht wohl zu ſchätzen, Frau

Gevatterin, aber heute muß ich jeden Imbiß ablehnen und mich beeilen,

daß ich wieder nach Hauſe komme. Wenn Euer Hermann kommt, ſo bittet ihn, daß er mir bei den Lieferungen etwas mit zur Hand gehen auch liegt ſchon ein ſehr anſehnlicher Vorrath von Getreide auf Bensberg, den ich für Tage der Noth in Sicherheit gebracht wiſſen möchte, wenn nirgends mehr etwas zu finden. Nach dieſen Worten eilte er fort und die beiden Ehegatten waren wieder allein.

Ich hörte während eures Geſprächs unſern Ferdinand nennen, fragte mit ängſtlicher Beſorgniß die Gattin Stückers;was hatte denn der Schultheiß über ihn zu ſagen?Er lobt den Eifer, mit welchem derſelbe den Landſturm organiſirt, und das eben iſt es, was ihn vor allen andern der Wuth der fränkiſchen Heerführer Preis geben wird, wenn

nicht eine höhere Macht ihn wunderbar ſchützt, entgegnete der Vater.

Na, daß der nicht hinter dem Aktentiſche ruhig ſitzen bleiben würde, das habe ich im voraus mir gedacht, denn er war ja ſchon als Junge mit Leib und Seele Soldat, ſprach die Mutter ſeufzend.Aber, ſetzte ſie bald darauf mit einem wohlgefälligen Lächeln hinzu,das muß man ihm laſſen, er hat es durch ſein energiſches Handeln doch ſchon zu einem gewaltigen Anſehen im bergiſchen Lande gebracht und, ſeit er den Aufruhr der Hüttenarbeiter unterdrückt, durch nichts, als durch ſeinen moraliſchen Einfluß, ſich überall Vertrauen und Achtung erworben. Wenn ihm daraus nicht Unheil erwächst, will ich gern vergeſſen, daß