Jahrgang 
3 (1863)
Einzelbild herunterladen

ben den Ange erſteren ſelh n können uſ gertrauen nih ch Verblendet

gleichſam we

nd wenn din fahr ihn u

Zumuthung

1

ir Geldesmelt

er Lügnet T en heblerſt

die Correſbe

ſccht ihre

Von L. Frank. 313

der Angeklagte in einem jener Gefängnißbriefe an ſeine zweifelhaften Freunde die Anweiſung zu einem übereinſtimmenden Auftreten ergehen ließ, falls die Unterſuchung auf jenes Attentat zurückgeführt werden ſollte! Nun wie mit einem Zauberſchlage ſtand jene Erinnerung aufgelebt und erklärt.

Nun ermittelte man, daß der Pfarrer von Poſerna an jenem Tage in der Stadt geweſen; nun erkannte man ihn in dem bleichen, eingefal⸗ lenen Manne, der nach der Schilderung des Gemordeten kurz vor ſeinem Verſcheiden in dunkler, modiſcher Gelehrtentracht und unter unbekanntem Namen das Schreibzimmer des alten, einſamen Kaufherrn betreten, ſich geſchäftskundig mit ihm über mancherlei Anliegen unterhalten, ihn im Verlauf zum Oeffnen ſeines Schreibtiſches veranlaßt, ihn darauf durch eine Priſe aus der dargebotenen Doſe betäubt, niedergeſchlagen, bedeu⸗ tender Werthpapiere beraubt und eilig verlaſſen hatte. Nun erkannte man auch den Pfarrer von Poſerna in dem Fremden, der in der näm⸗ lichen Stunde dieſer ruchloſen That, kurz bevor das Verzeichniß der ent⸗ wendeten Scheine in den ſtädtiſchen Wechſelgeſchäften verbreitet ward, in

dem vornehmſten derſelben dieſe nämlichen Scheine gegen baares Geld ggenheit und Sicherheit,

vertauſcht, mit der Miene vollkommener Unbefan unter gutklingendem Namen längere Zeit converſirend in dem Bankzimmer geweilt, die Geldſorten umſichtig geprüft, ſich dann läſſig entfernt hatte, Irrthums halber noch einmal wiederzukehren und ſich darauf ſpurlos aus den Augen der belebten, durch die ruchbar gewordene That bewegten Stadt zu verlieren. Nun wußte man, woher der Pfarrer von Poſerna, der ſich vor Kurzem noch in dringender Ver⸗ legenheit befunden, plötzlich über bedeutende Summen zu verfügen gehabt, ja über bedeutendere, als der bekannt gewordene Werth des Raubs betrug; nun erkannte man die unerklärliche Quelle ſeiner Bücherſchätze: der Pfarrer von Poſerna mordete, um zu rauben, er raubte, um ſeiner nimmerſatten Sammlerſucht zu fröhnen. Ein Mal, offenkundig, war es ihm geglückt, ein anderes Mal hatte er ſich auf falſcher Fährte erkannt, oder war durch irgend eine unermittelte Störung an der Nachſuchung gehindert worden, und in wie ungezählten Malen mochte er, von den Zeitwirren gedeckt, gleiche Unthaten eingeleitet, wie oft ſie ausgeführt haben!

Bei dem ſtandhaften Läugnen des Angeklagten und der im Laufe eines Jahres verwiſchten Erinnerung der Erkennungszeugen konnte richter⸗ licherſeits für dieſes erſte Verbrechen auch der künſtliche Beweis nicht

um in Kurzem eines kleinen