feruf von ol
ſche genau!
e Ma
r Gemordet
aber jedesn
geb
— 9 fabgeben, 2.
Von L. Frank. 311
widerſprechenden Gewerben bei Hausbewohnern wie Nachbarn umgetrieben, — eine Thatſache, welche der Angeklagte nach vergeblichen Läugnungs⸗ verſuchen zugeben mußte, ohne jedoch, wenn auch allenfalls ſeine Zwecke, doch ſeine Namensfälſchung erklären zu können,— ſondern auch für den nämlichen, der an dem Morgen des Ueberfalls das Haus der Gemordeten verlaſſen hatte. Und obgleich Tinius dieſer Behauptung ſtandhaft wider⸗ ſprach, gelang es ihm nicht, ſein Alibi zu beweiſen. In der Pfarre zu Poſerna wurde ein Anzug gefunden, übereinſtimmend mit dem, in welchem der verdächtige Mörder geſehen worden; auffällige Notizen, fremdnamige Briefe, verwandten Inhalts mit dem, welcher bei der Ermordeten liegen geblieben, von gleicher Handſchrift mit dieſem, einer Handſchrift, welche von Sachverſtändigen als die des Angeklagten erkannt wurde. Das Pet⸗ ſchaft, mit welchem jener Brief an die Wittwe geſiegelt worden, war das eines Freundes, in deſſen Hauſe er notoriſch am Morgen des achten Februar geſchrieben hatte. Der Knopf eines eigenthümlich geſtalteten Hammers, den er in ſeiner Rocktaſche zu tragen pflegte,— ſeiner Aus⸗ ſage nach, um ihn bei der Befeſtigung ſeiner Bücherreihen immer zur Hand zu haben,— paßte genau in die Kopfwunde der Gemordeten. Und mit dieſen und ähnlichen nahezu überweiſenden, äußeren An⸗ zeichen einer vereinzelten, argen That war es nicht genug. Plötzlich kam in den geſammten wirthſchaftlichen und häuslichen Verhältniſſen des Man⸗ nes eine Zerrüttung an den Tag, die um ſo ſchärfer gegen ihn zeugte, jie länger ſie mit dem Mantel der Heimlichkeit oder Heuchelei verdeckt worden war. Seine Haushaltungsbücher waren augenſcheinlich gefälſcht,
ſtatt Vermögen, hatte er Syulden⸗ in den anvertrauten Kirchengeldern 7 7 2
3 77
ſogar zeigte ſich ein Mangel. Und welcher troſtloſe Zuſtand war in den anvertrauten Herzen! Seine greiſe Schwiegermutter beargwohnte, die Kinder ſcheuten ihn, die eigene Frau beeilte ſich, das eheliche Band zu löſen und ſcheute ſich nicht, durch ihr Zeugniß die drängenden Verdachts⸗ gründe zu verſtärken; nirgends fand ſich ein Entſchuldiger, ein Verthei⸗ diger, ein Freund. Die Leute, die bisher mit Bewunderung ſeinen Kanzel⸗ eden zugeſtrömt, ſeinen Umgang als eine Auszeichnung genoſſen, erklärten tetzt, durch ſeinen unheimlichen Blick, ſein lichtſcheues Weſen von An— fang an beirrt worden zu ſein; man hatte die lauernden Hintergedanken in ihm erſpürt, den Eindruck eines„Adepten“ bei ſeiner Begegnung davon getragen; kurzum, der geſtern noch reine Mann war heute ſo ſchwarz,
daß„ſchwärzt's noch gar, es immer noch nicht ſchwarz genug war.“


