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Von E. Dom. Brand. 255
Purvis an einem kleinen Tiſch neben dem Feuer mit den Taſſen beſchäf⸗ tigt. Sie trug ein dunkelgraues Kleid, und das glattangekämmte ſchwarze Haar, das unter der weißen Haube hervorſah, verlieh der geſetzten Jungfer, die ſich ſo leiſe in dem Zimmer hin und her bewegte, als ſei ſie die ge⸗ ſpenſtige Verkörperung eines der rauchbraunen Bilder an der getäfelten Wand, einen doppelt ſteifen Ausdruck. In dem Flackerlicht des Kamin⸗ feuers warf ſie, wohin ſie immer gehen mochte, einen Schatten auf den Boden oder die Wände— einen unheimlichen, verzerrten Schatten, der ſich am unheimlichſten und dunkelſten ausnahm, wenn er den Beſttzer der Grey⸗Farm traf.
Das Pferd des Sachwalters wurde vor das Portal gebracht, als die Uhr im Beſuchzimmer acht ſchlug. Dudley folgte ſeinem Freund in den Garten, und Ralph Purvis ſtand unten, das Roß am Zügel bereit haltend. Mr. Broughton zuckte, als er hier wieder dem Gutsaufſeher begegnete, die Achſel und ſchwang ſich ohne eine weitere Bemerkung in den Sattel. —„Ich will Sie noch eine Strecke weit begleiten, Broughton,“ ſagte Dudley, als ihm der Sachwalter gute Nacht wünſchte.—„Soll ich mit⸗ gehen, um das Thor aufzumachen, Sir?“ fragte der Aufſeher.—„Nein, ich kann dies ſelbſt verrichten.“— Es war ſchon ganz dunkel, und von dem Fluß, an dem ſich die beiden Freunde hinbewegten, ſtieg ein Nebel auf. Dudley Carleon führte das Pferd das Ufer entlang am Zaum. Als ſie das Thor erreichten, welches gegen Olney hin das Gut abgrenzte, verabſchiedete ſich der junge Farmer von dem Rechtsgelehrten und ging langſam wieder nach dem Farmhaus zurück. Da kam aus dem Schatten des abſchüſſigen Ufers plötzlich eine dunkle Geſtalt hervor und trat an ſeine Seite.
„Kann ich ein Wort mit Ihnen reden?“ fragte Ralph, der Guts⸗ aufſeher.—„Warum nicht, wenn es ſein muß?“ verſetzte Dudley, ohne aufzuſchauen oder über das plötzliche Erſcheinen ſeines Dieners am Ufer eine Spur von Ueberraſchung blicken zu laſſen.—„Aber werden Sie mich auch anhören?“—„Ja,“ lautete die Antwort ſeines Herrn, der mit geſenktem Kopf und in die Taſchen geſteckten Händen langſam weiter ging.—„Und auch antworten auf meine Fragen?“—„Vielleicht.“— „Aber der Platz iſt hier nicht der gelegenſte; es könnte jemand von den Arbeitern im Feld ſein und zuhören.“—„Dies dürfte Ihnen freilich den Markt verderben.“—„Wo kann ich mit Ihnen ſprechen, Mr. Car⸗


