Jahrgang 
3 (1863)
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Von E. Dom. Brand. 251

meinten die Frauen.— Doch nichts ſchien den Abſichten des jungen Farmers ferner zu liegen, als der heilige Eheſtand. In dem großen ſteinernen Gebäude, das ſeit hundert und fünfzig Jahren ſeiner Familie gehört hatte, abgeſperrt, ſah er nur wenig Geſellſchaft. Bei ſchlechtem Wetter ſaß er übellaunig an ſeinem einſamen Herd, und an ſchönen Abenden ſtreifte er verdroſſen auf der Farm umher und beſprach die Geſchäfte des andern Tages mit ſeinem Aufſeher.

So waren ſeit Matin Carleons Beerdigung drei Jahre entſchwunden. Der dritte September nach dem, an welchem der Regen die Schärpen und Florhüte der Leidtragenden und die dünnen Kleider der Kinder durch⸗ näßt hatte, näherte ſich ebenſo unheimlich und ſchauerig ſeinem Schluſſe. Am letzten Tag des Monats ſpeiſſte Mr. Theodor Broughton, der einzige zu Olney angeſeſſene Sachwalter, bei Dudley Carleon. Er war nach der Grey⸗Farm hinausgeritten, um mit dem jungen Farmer wegen eines Rechtshandels Rückſprache zu nehmen, und dieſer hatte ihm zugeſprochen, beim Diner zu bleiben. Die beiden Gentlemen ſetzten ſich um fünf Uhr zu Tiſch; das Eſſen war in einem kalten zugigen Speiſezimmer aufge⸗ tragen, welches ſelbſt durch das mächtige Feuer, das man in dem weiten Kamin anmachte, nicht recht durchwärmt werden konnte. Dieſes Gelaß erhielt gleich dem Speiſezimmer ſein Licht durch drei Fenſter, von denen zwei, an der Vorderſeite gelegen, in den Garten hinaus gingen, das dritte aber den Farmhof und den Fluß überſchauen ließ. An dem großen, trau⸗ rigen Haus mit ſeinen weiten Räumen waren nur wenige Verſchönerungs⸗ verſuche gemacht worden; unmittelbar unter dem Speiſezimmer lärmte eine Zucht quiekſender Schweine, und nur einige Schritte von der Stelle, wo die beiden Gentlemen ſpeiſ'ten, ſtanden vier mächtige Zugroſſe feſſeltief im naſſen Stroh.— Wie gewöhnlich, wenn Geſellſchaft in der Grey⸗ Farm war, beſorgte der Gutsaufſeher in einem alten Frack ſeines Dienſt⸗ herrn, das Tellertuch über den Arm gelegt, die Aufwartung. Dieſer ungeſchickte Verſuch von Vornehmthuerei fiel um ſo mehr auf, da er in einem widerlichen Gegenſatz ſtand zu den einfachen und anſpruchsloſen Gewohnheiten der früheren Carleons.—„Zu Martin Carleons Zeit kam der täppiſche, ſchwarze Gutsaufſeher nie ins Haus,“ pflegten die⸗ jenigen, welche die Grey⸗Farm beſuchten, zu ſagen,„und jetzt ſchleicht er immer überall herum.“— Am Abend jenes 30. Septembers ſchien die Anweſenheit des Aufſehers dem Sachwalter Theodor Broughton beſonders