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Von E. Dom. Brand. 249
häufig vor, daß man ſich's nicht verſagen konnte, Bemerkungen darüber zu machen. Gab Dudley Carleon ein Eſſen, ſo unterzog ſich der Auf⸗ ſeher dem Dienſt eines Schenken und wartete bei Tiſch auf, obſchon er ſtets einen ſtarken Geruch nach Heu und Bohnen mitbrachte und in der Regel aus dem ſchönen Porcellan-Service, der noch von der Urgroßmutter ſeines Herrn herſtammte, zwei oder drei Stücke zerbrach. Man ſah wohl, daß den fein gebildeten Wirth die Ungeſchicklichkeit ſeines Dieners ärgerte, noch deutlicher aber, daß er ſich ſcheute, dieſem Aerger Luft zu machen, wie er denn überhaupt ſeinem Aufſeher weit mehr Rückſichten zu zollen ſchien, als ſeinen Gäſten. Glatt, blaß und finſter pflegte Ralph, der Schatz von einem Dienſtmann, hinter dem Seſſel ſeines Gebieters zu ſtehen, mehr Wein auf das ſchneeweiße Tafeltuch zu gießen, als in die Gläſer, und achtſam auf jedes Wort zu lauſchen, das geſprochen wurde.
Wenn an Sommerabenden Dudley, eine Cigarre rauchend, mit einem Freund auf dem Raſen vor dem Haus auf und ab ging, wandelte ſich der Aufſeher plötzlich in einen Gärtner um, der Geranien verſetzte oder Nelkenſtecklinge legte. Gab der junge Mann Nachts einem Bekannten auf dem Weg nach Olney das Geleite, ſo war ihm der Gutsaufſeher ſtets auf der Ferſe, um ihm das Thor öffnen oder mit der Laterne nach Haus leuchten zu können. Zögerte Sonntags nach dem Gottesdienſt Dudley im Kirchhof, um ſich mit einem Nachbar zu unterhalten, ſo machte ſich Ralph, ſeine Schweſter am Arm, pflichtlich in der Nähe mit einem Grabſtein zu ſchaffen, deſſen Inſchrift für ihn auf einmal Bedeu⸗ tung gewann. Der junge Farmer pries übrigens ſtets die Brauchbarkeit und Treue ſeines Dieners und ſchloß ſeine Lobeserhebungen gemeiniglich mit der Erklärung, daß er, wenn Ralph ſich's je in den Kopf ſetzte, die Grey⸗Farm zu verlaſſen, ein ruinirter Mann wäre. Bei dieſem Climar verſäumte dann der Aufſeher nicht, heranzutreten, den Hut zu lüpfen, an einem Wiſch ſeines ſchlichten ſchwarzen Haares zu zerren und die Ver⸗ ſicherung abzugeben:„Das hat gute Wege, Maſter Dudley. Ich laſſe Sie nicht im Stich.“
Ralph war, wenn man ſeinen Herrn hörte, trotz des breiten bäueri⸗ ſchen Dialekts, in dem er ſprach, weit über ſeine Stellung erhaben. Er konnte leſen und ſchreiben, und wenn die andern Arbeiter Abends bei'm Küchenfeuer müſſig ihre Pfeifen rauchten oder den großen Schafhund neckten, pflegte er ſich in ſeine Stube einzuſchließen und an ſeiner Aus⸗
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