Jahrgang 
3 (1863)
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Der Gutzsaufſeher.

Von E. Dom. Brand.

Erſtes Kapitel. Ein Leichenbegängniß.

Ein leichter Regen rieſelte nieder auf das lange Gras und die moosbewachſenen Grabſteine in dem Kirchhof des Städtchens Olney am Trent, Lincolnſhire. Hin und wieder fiel unter der Laſt der Tropfen ein dürres Blatt von einer der Sycamoren, welche in einer Reihe an der niederen Friedhofmauer hinliefen, und klatſchte ſchwer auf die Gräber unter den Bäumen. Der ſonnenloſe Septembertag zeigte ein gleichför⸗ miges Grau, durch das auch nicht ein hoffnungsvoller Lichtſtrahl ſich durchzukämpfen vermochte. In einer Ecke der unregelmäßigen Stein⸗ mauer drängten ſich ein halbduzend Ortsbewohner und einige Kinder zu⸗ ſammen, zogen die durchnäßten Kleider enger übereinander und ſchauderten, als ſei es Januar und nicht der letzte September. Von der einen Seite des Kirchhofs her zitterte die eintönige Stimme des Pfarrvikars, der die Beerdigungsgebete las, der Kirche gegenüber aber warteten drei Trauerkutſchen, von einer anderen Kindergruppe umgeben, die, ohne auf den unabläſſigen Regen zu achten, mit offenem Mund die langſchwänzigen ſchwarzen Roſſe und die Kutſcher mit ihren feierlichen Geſichtern an⸗

ſtarrte.

Der Leichengottesdienſt war zu Ende, und der Hauptleidtragende ſchritt langſam durch den Kirchhof; ihm folgten ſieben oder acht Herrn, die gleichfalls der Beerdigung angewohnt hatten. Der erſtere war ſicht⸗ lich ſehr bekümmert; denn obſchon ſeine tiefliegenden Augen keine Thräne

Hausblätter. 1863. III. Bd. 16