Jahrgang 
3 (1863)
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Von Friedrich Lampert. 231

zwei, und um ſo verklärter gleichſam erſchien dann wieder jeder neue Blick in die Nähe und Ferne. Ich will keine Uferſtatiſtik geben; von dem letzten Vorſtadthaus an denn eine blühende, lachende Vorſtadt muß man die Gärten⸗ und Villenſtraße nennen, die ſich faſt in der Weite einer Meile von Genf die Seeufer entlang zieht, bis weit hinab nach Ouchy kommt ein bekannter Name nach dem andern vorüber, Coppet, Nyon, Rone, Morges ꝛc.; die Cathedrale von Lauſanne grüßte wieder von den Hängen des Torate herunter, die untergehende Sonne ſpiegelte ſich in den Fenſtern des Hôtel Bellevue, an dem wir neulich vorbei zu Thal ge⸗ fahren, Vevey bot freundlichen guten Abend undMontreux heißt es endlich wieder, und der Dampfer hielt, um mit etlichen ſeiner Paſſagiere auch mich zu entlaſſen.

Es war gerade noch hell genug, daß ich meinen Weg durch das dichte Nußbaum- und Kaſtaniendunkel finden konnte, in dem ich nun auf⸗ wärts ſtieg. Denn droben, auf friſcher luftiger Bergeshöhe, wollte ich über Nacht bleiben. Das iſt faſt 3000 Fuß hoch eine prächtige Penſion, das ſtattliche Hôtel Mirabaud, hingebaut.Righi Vaudois heißt die Lage, mit gutem Recht, denn rigiähnlich iſt ſchon etwas hier, Blick und Ort: tief unten der See, da drüben die Alpen, hier dicht zur Seite Walddunkel und Waldfriſche, wie man ſie noch dazu bei der Bergperle des Vierwaldſtätterſees entbehren muß. Sie liegt freilich etwas hoch, dieſe Penſion, gar zu oft kann man den Weg hinab und hinauf nicht machen, es wäre zu viel für einen bloßen Spaziergang, aber ausruhen, Luft ſchöpfen, aufathmen nach ſo einer rechten Arbeitszeit daheim, das kann man in dieſem gemüthlichen, höchſt comfortablen und nicht zu theuren Hauſe ganz vortrefflich, und wär's eben gegangen, ich hätte gern mich da etwas feſtgeſetzt und ein Stück Penſionsleben am Genferſee aus dem Grund durchgemacht; allein ſo gab's auch für Righi-Vaudois ſein Maß und Ziel, und ich ſah nur einmal die hellen Lichter gar traulich durch das grüne Gebüſch ſchimmern, als ich gerade mit völligem Nachteinbruch oben vor dem Hauſe ankam, konnte nur für Eine Nacht und Einen Morgen von dem hübſchen Zimmer Beſitz nehmen, das ſo prächtigen Blick den See hinab und hinauf hatte, von deſſen Fenſtern ich nicht los⸗ kommen konnte.

Was war das doch für eine Ausſchau, als ich des Morgens an ſie